Wissenschaftliches Werk über saudischen Islam in Ägypten verboten

2. November 2005, 12:32
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Kritik an Studie von Wissenschaftlerin von Universität Georgetown - Werk wird in anderen arabischen Ländern verkauft

Kairo - Ein Scheich der Kairoer Universität hat die Einfuhr eines Buches über die in Saudiarabien vorherrschende Schule des Islam nach Ägypten verboten. Das Werk sei eine Beleidigung des Islam und der Königsfamilie von Saudiarabien, begründete der Scheich des Islam-Instituts seinen Schritt. Dies berichtete eine Kairoer Tageszeitung am Dienstag.

Eine Wissenschaftlerin von der Universität Georgetown in den USA vertritt in ihrem Werk die These, dass selbst ernannte "Gotteskrieger" wie der aus Saudiarabien stammende Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden sich weit von der Islam-Interpretation des Gründers der Schule entfernt haben.

Werk wird in anderen arabischen Ländern verkauft

Die Amerikanische Universität in Kairo hatte das in englischer Sprache verfasste Buch von Natana DeLong-Bas mit dem Titel "Wahabi Islam, From Revival and Reform to Global Jihad" bestellt. Das Werk der Wissenschaftlerin, die am Zentrum für Muslimisch-Christliche Verständigung in Georgetown arbeitet, wird in anderen arabischen Ländern verkauft. Es erklärt die Ursprünge der Islam-Interpretation von Muhammed Ibn Abdul Wahab (1702-1791), die heute Staatsreligion in Saudiarabien ist.

Die Autorin bemüht sich darin Berichten zufolge sehr um Objektivität. Der Begründer des Wahabismus habe ihren Recherchen zufolge den "Heiligen Krieg" nur auf ganz bestimmte Situationen beschränkt. Al-Kaida-Terroristen dagegen erklärten heute jeden, der ihre Version des Islam nicht teile, zum "Ungläubigen", der bekämpft werde müsse. (APA/dpa)

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