Wie österreichische Jugendliche Auslandserfahrung sammeln können

6. Juni 2006, 11:11
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Europass hilft, Auslandserfahrungen zu vermarkten und Berufschancen zu steigern

Wien - "Anfangs hörten sich drei Wochen sehr lange an, aber zum Schluss wollten wir nicht mehr weg", erinnert sich Bernhard Gschwandtner (18) an seinen Auslandsjob. Drei Wochen waren er und acht Klassenkameraden in Lettland, um IT-Berufserfahrung zu sammeln. Am Donnerstag fanden sie sich gemeinsam mit zwei weiteren Schülergruppen und Vertretern der Politik im Techgate ein, um den Europass zu präsentieren.

Der Europass ist eine Mappe, in der Auslandsaufenthalte wie Studien und Berufspraktika dokumentiert werden. Ein Lebenslauf ist ebenso enthalten, wie ein Sprachenpass und der eben beschriebene Mobilitätsnachweis.

"Leonardo Da Vinci"

Ende 2004 ratifizierte die Europäische Union den Europass und beauftragte die Agentur "Leonardo Da Vinci" als nationales Europass-Zentrum. Wenn eine berufsbildende Schule an Auslandspraktika für Schüler interessiert ist, muss sie bis Februar einen Antrag an Leonardo Da Vinci stellen. Details wie Unterkunft und Arbeitgeber müssen fixiert sein. Eine Hand voll Schüler kann dann ab Juni für mindestens drei Wochen geförderte Auslandserfahrung genießen. Flug und Unterkunft sowie ein Tagesgeld von 15 Euro werden im Nachhinein zurückerstattet.

Viele Pluspunkte

"Es war einfach toll, total interessant - ich würde es auf jeden Fall wieder tun", schwärmt Alexandra Kienersberger (19) von ihrem sechswöchigen Krankenpflegeaufenthalt in Dublin: "Einige schreckten vor der fremden Sprache zurück - ich dachte nach einer Woche in Englisch." Positiv auch die Statements anderer Schüler. "Man lernt viel dabei, ich wäre gerne länger geblieben", sagt Nicole Zeller (18) von Luxemburg.

"Jugendliche nehmen immer öfter Studien und Praktika im Ausland wahr", weiß Theodor Siegl vom Bildungsministerium. "Europass dokumentiert das europaweit einheitlich und schafft zusätzliche Berufschancen." EU-Kommissar Michel Richonnier wünscht sich "ein Europa, in dem die Leute ohne Grenzen arbeiten und lernen können". Der Europass sei ein Pluspunkt in der Bewerbung, was auch ein Lehrer bestätigt: "Die Schüler werden dadurch richtig interessant." (DER STANDARD, Printausgabe, 25.10.2005)

Von Alexander Müller und Kristina Zboray

Links zum Thema

www.europass.at

www.leonardodavinci.at

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