Refco-Chefs vor Kollaps kassierten eine Milliarde Dollar

9. November 2005, 10:14
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Investor Thomas H. Lee übernahm 2004 Mehrheit der Anteile an Rohstoffbroker von Bennett und seinem Vorgänger Grant

Wien - Der verhaftete frühere Vorstandschef von Refco, Phillip Bennett, sowie sein Vorgänger Tone Grant haben vom heute größten Refco-Aktionär vor dem Börsegang, 2004, 1,057 Mrd. Dollar (885 Mio. Euro) für die Mehrheitsanteile des Wertpapierhauses erhalten. Anwälte halten diese Zahlung für juristisch anfechtbar, berichtet die "New York Times" (NYT) in ihrer Donnerstagausgabe.

Nach dem Bericht sollen sich Bennett und Grant eine Tranche von 550 Mio. Dollar geteilt haben, die sie an die Investmentgruppe Thomas H. Lee verkauft haben. Eine weitere Tranche von 507 Mio. Euro scheine Bennett für sich allein vereinnahmt zu haben.

Größter Aktionär

Thomas H. Lee hält heute knapp 38 Prozent und ist damit vor der Bawag mit 34 Prozent größter Aktionär des Rohstoff-Brokers. An Thomas H. Lee hatte übrigens auch die Bawag 2004 ihren 10-Prozent-Anteil verkauft. Der dabei erzielte Bawag-Erlös soll 220 Mio. Dollar betragen haben.

Laut Denis Cronin, einem auf Insolvenz spezialisierten US-Anwalt, könnten derlei Verkaufserlöse oder auch Dividenden in einem Insolvenzfall rückwirkend juristisch angefochten werden, schreibt die Zeitung. Bennett wies gegen die ihn erhobenen Vorwürfe zurück, Grant nahm keine Stellung. (APA)

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