Einreichung zum Wettbewerb und Biografie

25. Oktober 2005, 14:24
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Elisabeth Penker mit ihrem Projekt "Wo ist Elise Richter, wo ist…?" in der Universität Wien

Im Arkadenhof der Universität Wien stehen 154 Büsten und Gedenktafeln von bedeutenden Wissenschaftlern der Universität Wien (1700-2005). Bedauerlicherweise gibt es keine Büsten von Wissenschaftlerinnen, und die akademische Elite der Universität Wien wird ausschließlich von weißen Männern repräsentiert.

Gender/class/race sind vordergründige Kriterien dieses planmäßigen Ausschlusses. Eine temporäre Büste, einer anonymen Wissenschaftlerin, soll im Arkadenhof die systematische Ausblendung von Frauen aus der Universitätsgeschichte, im Zeitraum von 1700- 2005, thematisieren. In Verbindung dazu sind Strukturen für eine öffentliche Kommunikationsplattform(www.eliserichter.at)  entwickelt worden.

Die Büste der anonymen Wissenschaftlerin hat weiters die Funktion eines Platzhalters für Büsten von Wissenschaftlerinnen und ist ein Kommunikationsfaktor in der Diskursbildung. Allen Benutzern dieser Elise Richter Plattform wird ermöglicht durch ein Wiki System, aktiv an der Umschreibung der Universitätsgeschichte und an re-imaging Prozessen der Repräsentation dieser Büsten teilzunehmen.

Elisabeth Penker zum Projekt: "Mein Interesse besteht nicht darin zu recherchieren welche Büsten von Wissenschaftlerinnen im Arkadenhof fehlen, sondern das Fehlen der Wissenschaftlerinnen im Zeitraum von 1700 bis 2005 aufzuzeigen und Strukturen für eine öffentliche Kommunikationsplattform zu schaffen".

Die Elise Richter Plattform wird von den aktiven Mitgliedern und Nutzern betrieben und bildet eine transdisziplinäre Schnittstelle zwischen Diskursbildung und Forschung. Einträge können auf Englisch und Deutsch gemacht werden.

Zur Person

Elisabeth Penker arbeitete als Sound Designerin in der Film-Post Produktion bei Maestro Matic in Chicago und bei De Lane Lea in London. 2000 erhielt Elisabeth Penker das Staatsstipendium für bildende Kunst. Der Sonysche Schwerpunkt in ihren bildhauerischen Arbeit hat sich aus den frühen Text orientierten Raum-Installationen entwickelt und ist stark mit Rhythmus & Sprache und deren kultureller Grammatik verbunden.

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