"Der Bürgermeister wäre stolz auf die geringe Kriminalitätsrate"

31. März 2006, 16:35
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Joachim Guentert von eBay Österreich zieht Vergleiche zwischen der Stadt Wien und dem Online-Auktionshaus und spricht über neue Möglichkeiten des Shoppings im Netz

Zehn Jahre ist es her, da wurde im Internet ein defekter Laserpointer versteigert. Das war die Geburtsstunde des weltweiten Online-Marktplatzes eBay, der eine Dekade später weltweit immerhin 157 Millionen registrierte Nutzern zählt. Seit dem Jahr 2000 gibt es in Österreich eine eigene eBay-Niederlassung, hierzulande leben laut eBay immerhin 600 Menschen vom Handel über das Online-Auktionshaus.

Alle drei Minuten ein Computerartikel

"Die besonders starken Wachstumskategorien bei eBay Österreich in diesem Jahr sind Autos und Fahrzeugersatzteile, Computer, Antiquitäten, Telekommunikation und Sportartikel", erklärt Joachim Guentert, Sprecher von eBay Österreich, dem WebStandard: "So wird bei eBay Österreich beispielsweise alle 44 Sekunden ein Sammlerstück verkauft, alle drei Minuten ein Computerartikel, alle neun Minuten ein Mobiltelefon, alle drei Minuten eine Antiquität und alle 90 Sekunden wechselt ein Kleidungsstück auf dem österreichischen Ableger des weltweiten Online-Marktplatzes den Besitzer."

"Aufklärung"

Auch vor zehn Jahren war zwar das Netz keine Insel der Seligen, das heutige Ausmaß an kriminellen Aktivitäten, Betrug und störenden Sicherheitsvorfällen war aber damals noch kaum vorherzusehen. "Die breite Nutzung des Internets als Einkaufsquelle nimmt rasant zu und damit natürlich auch Schindluder, das getrieben wird", bestätigt auch Guentert. eBay setzt hier vor allem auf Aufklärung: "Gerade in diesem Jahr wurde aber auch sehr deutlich, wie wichtig das Thema 'Aufklärung' für die Konsumenten ist. Bei einem Fall von Missbrauch eines Nutzerkontos, der kürzlich breit durch die Medien in Österreich ging, stellte sich nach unseren Recherchen heraus, dass der betroffene Nutzer einen öffentlichen Computer benutzte und sich nach der Nutzung von eBay nicht abgemeldet hatte. Ein übler Scherzbold hatte daraufhin den Zugang des Nutzers missbraucht und allerlei hochpreisige Artikel ersteigert".
Dieser Fall habe gezeigt, dass eBay noch mehr Aufklärungsarbeit leisten und den Nutzern auch ihre Eigenverantwortlichkeit bewusst machen müsse.

"Wäre eBay eine Stadt wie Wien, wäre der Bürgermeister sicher sehr stolz auf diese extrem geringe Kriminalitätsrate"

Der Anteil der Auktionen, die betrügerisch oder mit Missverständnissen auf Seiten von Käufern oder Verkäufern verlaufen, ist allerdings nicht hoch: "Die Betrugsrate, also der Anteil des bestätigten Betrugs, liegt weltweit bei nur einem Bruchteil eines Prozents aller Transaktionen auf dem weltweiten Online-Marktplatz. Wäre eBay eine Stadt wie Wien, wäre der Bürgermeister sicher sehr stolz auf diese extrem geringe Kriminalitätsrate".

Online-Shopping wird an Bedeutung zunehmen

Daher plagen Guentert keine Sorgen um die positive Zukunft des Online-Shoppings: "Das Internet wird in seiner Bedeutung für die Konsumenten zweifellos noch deutlich weiter zunehmen. Es hilft, große Märkte übersichtlich und Preise über die Grenzen hinaus vergleichbar zu machen".

Neue Chancen

Dabei werden Guentert zu folge sowohl für private Nutzer wie auch für professionelle Händler durch das Internet neue Chancen eröffnet: "Es macht es auch für kleine Unternehmen sehr einfach, zu internationalisieren und eröffnet selbst dem 'kleinen Mann' jenseits der wirtschaftlichen Zentren völlig neue Erfolgsperspektiven. Bereits jetzt kennen wir von eBay in Österreich zahlreiche 'Tellerwäscher-Stories'". In Österreich leben laut eBay 600 Menschen vom Handel über das Online-Auktionshaus.

Aber auch professionelle Händler im klassischen Versandhandel, wie zum Beispiel die deutsche Quelle AG, setzen auf eBay, so Guentert: "Hier wurde eBay für die Quelle AG wie für viele andere zum zusätzlichen Vertriebskanal".

eBay – Skype – PayPal

Neben der Auktionsplattform will eBay aber auch noch in anderen Bereichen des Online-Handels mitmischen. In Guenterts Zukunftsvision des Online-Shoppings spielt daher, nicht weiter verwunderlich, das so eben von eBay gekaufte Voice-Over-IP-Unternehmen Skype sowie der Bezahldienst PayPal, ein Tochterunternehmen, eine nicht zu unterschätzende Rolle: "So wird es zum Beispiel schon bald möglich sein, als Nutzer aus Wien oder Innsbruck über eBay Österreich weltweit nach dem Anbieter des günstigsten Plasma-Fernsehers zu suchen, diesen dann bequem per Skype direkt anzurufen, um sich beraten zu lassen und kurz darauf den Fernseher online zu kaufen, wobei dieser über PayPal innerhalb von Sekunden per Email sicher und bequem bezahlt wird. Eine Transaktion, möglicherweise über viele tausend Kilometer innerhalb von wenigen Sekunden, mit allen notwendigen Informationen auf einer eBay-Seite, für alle überall möglich".

Zahlen

Beim Zahlen setzen die Österreicher neben der klassischen Banküberweisung mittlerweile häufig auf das Online-Bezahlsystem PayPal. "Gerade bei internationalen Transaktionen, die wir bei unseren österreichischen Nutzern im weltweiten Vergleich in auffallend hohem Maße feststellen, gilt PayPal aufgrund der schnellen und sicheren Transaktion als besonders beliebt", so Guentert. (kk)

  • "Die breite Nutzung des Internets als Einkaufsquelle nimmt rasant zu und damit natürlich auch Schindluder, das getrieben wird", bestätigt Joachim Guentert, Unternehmenssprecher von eBay Österreich.
    bild: ebay

    "Die breite Nutzung des Internets als Einkaufsquelle nimmt rasant zu und damit natürlich auch Schindluder, das getrieben wird", bestätigt Joachim Guentert, Unternehmenssprecher von eBay Österreich.

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