Spiele-Industrie zieht gegen Schwarzenegger ins Feld

11. Dezember 2005, 12:30
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Gerichte sollen nun klären, ob das neue Gesetz zum Schutz der Kinder gegen die US-Verfassung verstößt

Nach der Ankündigung des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger - in Zukunft den Verkauf gewalttätiger Spiele an Kinder zu verbieten - der WebStandard berichtete, melden sich nun auch die Vertreter der Spiele-Branche zu Wort.

Gegen den Terminator

Ein Vertreter der Entertainment Software Association (ESA), einer Interessensvertretergruppe der Spiele-Industrie, kündigte an, dass man gegen das neue Gesetz vor Gericht ziehen werde. In einer Aussendung meinte der ESA-Präsident Douglas Lowenstein: "Wir werden gegen dieses Gesetz Klage einreichen und sind überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden".

Erfolgreiche Klagen

Schwarzenegger hat das Gesetz letzte Woche unterzeichnet, doch scheint die Zukunft noch ungewiss. Gerichte im Bundesstaat Washington, den Städten Indianapolis und St. Louis County in Missouri, haben ähnliche Gesetze bereits aufgehoben, da sie aus ihrer Sicht gegen das Recht auf freie Meinungsäußerungen in der US-Verfassung verstoßen.

Verbot

Jeff Brown, Sprecher des US-Publishers Electronic Arts (EA), bezeichnete Schwarzeneggers Entscheidung als "eine leere Geste", da sie gegen bestehende Gerichtsentscheidungen verstoßen würde. Der frühere Actionfilmstar kommentierte seine Entscheidung mit den Worten: "Ich bin selbst ein Vater und ich denke, dass es extrem wichtig ist, dass wir wissen, was sich unsere Kinder ansehen oder welche Spiele sie spielen". Laut dem Gesetz ist der Verkauf oder auch Verleih von Computerspielen, die Töten, Verstümmeln oder sexuelle Belästigung beinhalten, an Kinder verboten. Verstöße dagegen werden mit einer Geldstrafe von 1.000 Dollar geahndet. Aus Sicht von EA haben zahlreiche Gerichte entschieden, dass für Computerspiele die gleichen Rechte wie für Filme, Bücher und Fernsehen gelten. Daher sieht Brown dem Verfahren auch gelassen entgegen - "ich bin überzeugt, dass auch in Kalifornien die gleichen Entscheidungen gefällt werden".(red)

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