Gouverneur von Ankara will Homosexuellen-Gruppe verbieten lassen

22. September 2005, 17:42
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"Verstoß gegen Sittengesetze" - Neuer Ärger mit EU?

Ankara - Der Gouverneur der türkischen Hauptstadt Ankara hat eine gerichtliches Verbot einer neu gegründeten Homosexuellen-Gruppe gefordert, da diese gegen die Sittengesetze des Landes verstoße. In der Europäische Union könnte dies für Verärgerung sorgen. Der Staatenbund hat von der Türkei im Zuge einer möglichen Aufnahme in die EU die Umsetzung einer ganzen Reihe von Freiheits-Reformen gefordert.

Der Zweck der im Juli gegründeten Gruppe Kaos sei nicht in Einklang zu bringen mit dem türkischen Recht, begründete der Gouverneur seinen Vorstoß in einem am Montag veröffentlichten Brief. "Das ist nichts, was uns überrascht", sagte Kaos- Generalsekretär Ali Erol. "Die Bürokratie ist beunruhigt durch den Bruch des letzten Tabus der Türkei - Homosexualität." Sollten die Gerichte ein Verbot der Gruppe beschließen, werde Kaos den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen.

Homosexualität ist in der Türkei nicht verboten. Es gibt jedoch kein Gesetz, das Schwule und Lesben vor Diskriminierung schützt. (APA/Reuters)

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