EU-Mercosur-Abkommen: Lula zählt auf Österreich

3. November 2005, 13:15
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Brasiliens Präsident kommt zum Lateinamerika-Gipfel nach Österreich

Brasilia - Im Hinblick auf den erstrebten Abschluss eines Abkommens zwischen der Europäischen Union und dem lateinamerikanischen Regionalbündnis Mercosur zählt Brasilien auf Österreich. Der brasilianische Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva brachte am Montag nach seinem Meinungsaustausch mit Bundespräsident Heinz Fischer in Brasilia die Hoffnung zum Ausdruck, dass im Mai 2006 beim EU-Lateinamerika-Gipfel in Wien ein Abkommen unterzeichnet wird. Fischer lud Lula zu einem Gegenbesuch nach Österreich ein.

Brasilien akzeptiere nach den Worten Lulas die Herausforderung, den politischen Dialog zu erneuern und die wirtschaftliche Kooperation zu stärken. Beide Politiker seien "gemäß ihrer Laufbahn" dem Aufbau einer demokratischen Gesellschaft, dem Multilateralismus, der Verteidigung der Menschenrechte und der Umwelt verpflichtet, sagte Lula nach seinem Gespräch mit Fischer.

Auf bilateralem Gebiet eröffne das am Montag unterzeichnete Kooperationsabkommen neue Felder im Agrar- und Umweltbereich, aber auch bei der Zusammenarbeit in Afrika. Brasilien wünscht sich nach den Worten Lulas "Österreich als Partner bei der Modernisierung der Produktionsprozesse".

Der Bundespräsident meinte, der Gegenbesuch Lulas in Österreich könnte "sinnvollerweise im Zusammenhang mit dem Lateinamerika-Gipfel 2006 statt finden". Die Teilnahme an dem Gipfel sagte Lula bereits zu. Fischer bekräftigte, dass die Beziehungen zwischen EU und Lateinamerika ein sehr wichtiges Thema des österreichischen Vorsitzes in der Union sein werden. "Es liegt in beidseitigem Interesse, die biregionale Zusammenarbeit zu intensivieren". Bei den Bemühungen um ein Abkommen zwischen EU und Mercosul (Mercosur) sei jetzt mehr Grund zu Optimismus.

Fischer würdigte die Anstrengungen Lulas im Kampf gegen Hunger und Armut. Im Zusammenhang mit der geplanten Afrika-Kooperation erinnerte der Bundespräsident daran, dass diese Region einen Schwerpunkt der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit darstellt. Schließlich vermerkte Fischer, dass Brasilien Österreichs wichtigster Handelspartner in Lateinamerika ist. Zuletzt gab es im Außenhandel "eindrucksvolle Zuwächse zu verzeichnen". (APA)

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