ARD verbietet Kostenzuschüsse

27. Dezember 2005, 15:30
posten

Sportübertragungen alleine nach journalistischen Kriterien – ORF: Alles legal

Corinna plauderte in "Marienhof" über Versicherungsfälle? Das brachte der ARD-Produktionsfirma Bavaria 208.607 Euro vom deutschen Versicherungsverband. 173.839 Euro zahlten Apothekerverbände und Pharmafirmen, damit Apotheker als fachkompetent und Selbstmedikation als positiv dargestellt wurden.

Die öffentlich-rechtliche ARD veröffentlichte nach dem Schleichwerbeskandal nun eine detaillierte Liste aller Fälle in den vergangenen Jahren. Wäre auch der ORF dazu bereit? "Wir tun nur, was das Gesetz erlaubt", sagt ein Sprecher.

So lautet auch die Antwort auf die STANDARD-Anfrage, ob der ORF nicht – wie nun die ARD – auf Produktionskostenzuschüsse verzichten will.

Beitrag gegen Geld

Auch beim ORF wurden allerdings schon bemerkenswerte Konstellationen bekannt: Im Vorjahr bot ein Produzent Unternehmensporträts in "Willkommen Österreich" an, wenn die Firmen 5000 Euro beisteuern. "Das wurde abgestellt", erklärt ORF-Direktor Alexander Wrabetz.

Als die ARD-Intendanten ihre neuen Spielregel vorstellten, sagte ihr Vorsitzender Thomas Gruber: Sendungen sollten allein nach journalistischen Kriterien ihren Weg ins Programm finden. Nachsatz: Das gelte vor allem für exotische Sportarten. Produktionskostenzuschüsse sind auch nach Auskunft von Direktoren gang und gäbe bei Übertragungen solcher Sportarten im ORF beziehungsweise in seiner Tochter TW 1.

Fahrzeuge und andere Sachleistungen dürfen sich ARD-Produktionen auch weiterhin zur Verfügung stellen lassen. Der Verbund deutscher öffentlich-rechtlicher Anstalten richtete zudem eine eigene Clearingstelle ein, die insbesondere die Vorabendserien laufend auf Schleichwerbung prüfen soll. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 15.9.2005)

Link

ARD-Dokumentation - Ergebnisse der Clearingstelle als Download

Share if you care.