Demonstrationen in 57 Städten gegen Hartz IV

9. September 2005, 13:49
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Drohung gegen Wahlkreisbüros - Gespräche mit Gewerkschaften angekündigt

Berlin - Mit Demonstrationen und Straßenaktionen in 57 Städten hat das Aktionsbündnis Sozialproteste am Montag gegen die Lebensbedingungen von Arbeitslosen protestiert. Nach den Angaben der Vereinigung beteiligten sich mehrere Tausend Menschen; die Berliner Polizei berichtete von 160 Teilnehmern an der "Montagsdemo" am Alexanderplatz.

Montagsdemonstrationen fanden nach Angaben der Veranstalter in 30 Städten statt. Protestaktionen habe es in fünf Arbeitsagenturen gegeben. Vor dem Wirtschaftministerium in Berlin veranstalteten 50 Demonstranten ein "pompöses Staatsbegräbnis". In Oldenburg hätten 70 protestierende Menschen einen Flur in der Arbeitsagentur besetzt und eine "Beratung von Unten" angeboten.

Markt der Grausamkeiten

In Hannover seien ein "Armutsgewöhnungscamp", an der Berliner Gedächtniskirche ein "Markt der Grausamkeiten" und in Nordhausen ein "Sklaventreiben" aufgezogen worden. In Peine hätten sich Arbeitslose der Zukunft mit elektronischen Fußfesseln vorgeführt.

In zahlreichen anderen Städten kam es den Angaben zufolge zu "Wahlkampfinterventionen", wobei "strenggläubige Hartz-IV-Befürworter" bei ihren Wahlkampfveranstaltungen zur Rede gestellt worden seien. "Der Protest geht weiter, einige Wahlkreisbüros müssen mit ihrer Schließung rechnen," hieß es in einer Zwischenbilanz am Abend.

Das Aktionsbündnis Sozialproteste will nach eigenen Angaben Ende Oktober weitere Proteste organisieren und anschließend auf einer Strategiekonferenz mit den Gewerkschaften am 19. und 20. November die Möglichkeit gemeinsamer Projekte ausloten. (APA/AP)

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