Die stillen Wege auf den Hochstubofen

    20. August 2005, 13:35
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    Steirische Bergidylle: Natur wie im Bilderbuch - Heilpflanzensammler suchen den Berg gerne auf

    Der Hochstubofen nahe dem Sölkpass in den Wölzer Tauern hat zwei Seiten: Von der östlich gelegenen Neunkirchner Hütte wird er recht häufig bestiegen; der aus dem Westen zum höchsten Punkt führende Steig findet bei Weitem nicht solchen Anklang, obgleich er sich durch eine romantische Landschaft und vor allem durch eine einmalige Blumenwelt auszeichnet. Die Heilpflanzensammler suchen auch den Berg sehr gerne auf.

    Zugegeben, im letzten Abschnitt wird der Weg steil und verlangt Trittsicherheit, dafür genießt man die Einsamkeit und den Kontrast zwischen den aus dunklem Silikatgestein bestehenden Erhebungen der Niederen Tauern und den weißen Kalkwänden des Dachstein- und Grimminggebietes, die aus dem Norden herleuchten. Für den vergossenen Schweiß wird man reichlich belohnt.

    Immer wieder hört man die schrillen Pfiffe der Murmeltiere, die erst im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts in dieser Gegend "eingebürgert" wurden und denen der Steinadler nachstellt, der relativ häufig zu beobachten ist, obgleich er seine Horste in den Kalkalpen hat.

    Bei dieser Bergwanderung sollte man unbedingt auf gutes, beständiges Wetter warten, denn im Kammbereich kann es bei Sturm und Regen recht ungemütlich – und auch gefährlich – werden.

    Möglicherweise wurde der Hochstubofen schon in der Vorzeit bestiegen, denn in seiner Nähe verläuft ein uralter Verkehrsweg über den Sölkpass. Ausgrabungen in den letzten Jahren haben gezeigt, dass zumindest die Täler und Übergänge schon in der Bronzezeit von Menschen betreten und besiedelt wurden. Der Boden hat aber noch längst nicht alle archäologischen Geheimnisse preisgegeben.

    Die Route

    Von der Erzherzog-Johann-Hütte an der ersten Kehre der Straße zum Sölkpass steigt man auf der roten Markierung zur Mahdfeldalm auf. Nach einer längeren Querung wendet sich der Weg steil in Richtung Haseneckscharte, die man jedoch nicht erreicht, sondern vorher nach rechts (Wegweiser) abzweigt, um zur Scharte unterhalb des Westkamms des Hochstubofen zu gelangen. Über die steile Schneide geht es zum Gipfel. Gehzeit ab Erzherzog-Johann-Hütte 3½ Stunden.

    Der Rückweg erfolgt zuerst auf der Anstiegsroute, nach der letzten Grünerlenzone in der Querung zur Mahdfeldhütte zweigt nach links ein Steig ab, auf dem man einen Fahrweg erreicht. In einem langen Bogen wandert man zurück zum Ausgangspunkt.

    Gehzeit ab Gipfel 2½ Stunden.
    Gesamtgehzeit 6 Std., Höhendifferenz 850 m. Mahdfeldhütte in der Almsaison einfach bewirtschaftet: Getränke und Imbisse. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 129 (Donnersbach) (Der Standard, Printausgabe 20./21.8.2005)

    Von Bernd Orfer
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      grafik: der standard
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