Studie: Gehrer und Grüne sehen sich bestätigt

25. Oktober 2006, 14:00
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Grüne: Eltern sollten aus Angeboten wählen können - Gehrer: Keine "verordnete Ganztagsschule"

Linz - Der Bildungssprecher der Grünen in Oberösterreich, Gottfried Hirz, sieht sich durch die Studie der Arbeiterkammer darin bestätigt, dass sich Investitionen in die Bildung gesamtwirtschaftlich rechnen.

Kein ideologischer Wettstreit

Er halte ein flächendeckendes Angebot an ganztägigen Schulformen für notwendig, halte aber wenig von einem ideologischen Wettstreit: Ganztagsschule oder Schule mit Nachmittagsbetreuung. Es gehe vielmehr darum, Angebote zu schaffen, aus denen die Eltern auswählen können, betonte Hirz. Mit gesetzlichen Änderungen alleine werde es nicht getan sein: "Damit Schülerinnen und Schüler mit Freude diese Schulformen besuchen, braucht es neben der Erhöhung der Stundenkontingente auch bauliche Adaptionen der Schulgebäude. Denn welches Kind will schon den ganzen Tag im selben Klassenzimmer sitzen", stellte er fest.

Schwachstelle in Bildungssystem

Mit der längst überfälligen Schaffung ganztägiger Schulformen sei allerdings nur eine Schwachstelle im österreichischen Bildungssystem behoben. Ein großes Paket an Reformvorschlägen warte weiter darauf, dass sich Bildungsministerin Gehrer zu einer echten Schulreform durchringen könne, betonte Hirz.

Ministerin Gehrer sieht sich bestätigt

Die ÖVP verbucht das Ergebnis der Studie als Erfolg für die Bildungspolitik. Der Geschäftsführer der ÖVP Oberösterreich, Landtagsabgeordneter Thomas Stelzer sieht durch die Studie das Programm "Schule Neu" von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer bestätigt. Denn künftig werde es für alle Schüler, für die eine Nachmittagsbetreuung gewünscht wird, ein derartiges Angebot geben, betonte er.

Bedarfsgerechte Tagesbetreuung

Demnach werde ab einer Gruppe von 15 Schülerinnen und Schülern, die auch klassen-, schulstufen- und schulübergreifend gebildet werden könne, eine bedarfsgerechte Tagesbetreuung angeboten. Der Ausbau der Nachmittagsbetreuung müsse aber bedarfsgerecht erfolgen, also nur dort, wo es von den Eltern auch gewünscht werde, so Stelzer. Derzeit gebe es in Oberösterreich schon ein breites Angebot. "Behauptungen der Arbeiterkammer, wonach noch zu wenig für ein ausreichendes Angebot an Betreuungsplätzen getan werde, werden durch die vorliegenden Fakten jedenfalls klar widerlegt", stellte er fest.

Eine "verordnete Ganztagsschule" lehnte er seitens der ÖVP ab. Es stehe außer Frage, dass die Wahlfreiheit der Eltern gewahrt bleiben müsse. Die Eltern sollten weiterhin selbst entscheiden, ob ihre Kinder die Lern- und Freizeit am Nachmittag zu Hause, in der Schule oder in einem Hort verbringen sollen. (APA)

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