Sisi und ihre Spuren in der Stadt

2. Oktober 2005, 23:04
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Ein Stadtführer zu den Stätten der mythenumrankten Kaiserin

Wien – Man glaubt ja so vieles zu dieser Kultfigur zu kennen. Man hat es ja gesehen, in den "Sissi"-Filmen, im Musical, bei einem Rundgang in Schönbrunn oder im Sisi-‑ Museum in der Hofburg. Dabei ist all das immer nur ein kleiner Ausschnitt der komplexen, zerrissenen Persönlichkeit. Und immerhin bemühte man sich wenigstens in der Hofburg über den verzerrenden, verkitschten Kult hinaus um eine kritische Auseinandersetzung.

Doch allein was die Spuren im Stadtbild betrifft, gibt es noch weit mehr zu entdecken, auch wenn Vieles bereits verschwunden ist. Sei es die Elisabethbrücke, die nach der Überdachung des Wienflusses abgetragen wurde, oder die Rotunde der Weltausstellung, der Zirkus Renz, den die Kaiserin so gern besuchte. Und wer spricht heute noch von der "Kaiserin Elisabeth Westbahn"? Nur die Elisabeth-Statue im Westbahnhof erinnert daran. Aber wer kennt die schon?

Verwichenes, Erhaltenes und Unbekanntes

STANDARD-Redakteur Thomas Trenkler hat all dies erstmals in einem Führer zusammengefasst, der das Verwichene, vor allem aber das noch Erhaltene und oft Unbekannte der Sisi-Stadt präsentiert. Trenkler führt etwa auf den Kahlenberg zur Kaiserin-Elisabeth-Ruhe, nach Laxenburg, wo Sisi flitterte, in den Lainzer Tiergarten zu Sisis Schloss der Träume – der Hermesvilla. Und wer weiß schon, dass in der Breitenseer Pfarrkirche Sisi und ihr Franzl auf Glasfenstern verewigt sind?

Oder es geht zu den großen Kultstätten – wie nach Schönbrunn (wenig verwunderlich). Dort führt Trenkler aber nicht nur durch die Prunkräume, sondern etwa auch zur "Kammermeierei", wo Sisis Molkerei und Kuhstall bis 1960 in Betrieb waren. (frei, DER STANDARD – Printausgabe, 5. August 2005)

"Sisi in Wien – auf den Spuren der Kaiserin Elisabeth", Thomas Trenkler, Ueberreuter.
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    bild: schloss schönbrunn-betriebsgesmbh
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