Der Schmied und seine heißen Eisen

31. Juli 2005, 16:06
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Trainer Robert Michlmayr blickt auf ein erfreuliches Jahr für seine Schützlinge Rogan, Nadarajah und Demal zurück

Montreal - Mit dem Ende der WM in Montreal ist die internationale Schwimm-Saison abgeschlossen, national finden in Österreich ab Donnerstag noch die viertägigen Staatsmeisterschaften in Bregenz statt. Ein positives Resümee des vergangenen Jahres können Markus Rogan und Fabienne Nadarajah ziehen. Sie tanzen beide, ebenso wie Nachwuchs-Hoffnung Marilies Demal nach der Pfeife von Robert Michlmayr.

Der Coach verfolgt auf seinem Weg die Philosophie der kontinuierlichen Entwicklung. "Sich auf Plätze zu fokussieren, wäre ein Fehler. Sicher, bei einer WM ist auch ein Platz wichtig. Aber mir ist ein siebenter Rang mit einer guten Zeit lieber als ein vierter mit einer schlechten."

In Nadarajah und Demal hat Michlmayr ein Duo, das mitzieht. "Fabienne hat sich sportlich bisher immer weiter verbessert. Sie hatte aber auch Glück, da sie keine großen Krankheiten hatte." Das Saisonziel der 20-Jährigen sieht der Trainer was die erreichten Zeiten angeht, voll erreicht. WM-Platz vier hatte er nur im Optimalfall erwartet.

"Marilies war auf die Jugend-EM voll vorbereitet, bei der WM hatte sie nicht mehr die Topform", sagt Michlmayr über seinen anderen Schützling. "Trotzdem wäre sie mit ihren WM-Zeiten wieder Jugend-Europameisterin geworden." Mit dem Semifinal-Einzug in Montreal sollte das Missgeschick der Disqualifikation wegen Frühstarts bei den Nachwuchstitelkämpfen verdaut sein.

"Bombastische Steigerung"

Schließlich stimmt Rogans Entwicklung seit Olympia Michlmayr rundum zufrieden. Der 23-Jährige war über 200 m Rücken 2001 in Fukuoka in 1:58,07 zu WM-Silber geschwommen, drei Jahre danach war er in Athen um 72 Hundertstel schneller. "Seither hat er sich wieder um 72/100 gesteigert", erklärt Michlmayr. "In diesem Leistungsbereich ist jede Hundertstel-Verbesserung toll. Die Steigerung von Markus ist bombastisch."

Der ehemalige Spitzen-Krauler bezeichnet sein Verhältnis zu Rogan als ein sehr gutes, Rogan sieht es ähnlich. "Robert ist an meinem Erfolg von heuer zu 100 Prozent, an dem vom Vorjahr zu 80 Prozent beteiligt", schätzt Rogan.

Kooperation mit Van den Hoogenband

Das nächste große Trainingslager ist bereits geplant. Niemand Geringerer als der Coach von Olympiasieger Pieter van den Hoogenband hat angeklopft, ein Camp im Jänner in Australien ist in Planung. Auch im Herbst könnte es zu Trainingstagen mit Hoogenband kommen.

Zwischen diesen beiden Terminen liegt die Kurzbahn-EM. Noch ist nicht entschieden, ob Michlmayr neben Nadarajah und Demal auch Rogan nach Triest mitnimmt. Rennen bekommt Rogan aber in jedem Fall im April in Shanghai, wenn es auf der Kurzbahn zum nächsten Auftritt auf WM-Ebene und vermutlich wieder zum Duell mit Aaron Peirsol kommen wird.

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    Der Blick von Robert Michlmayr ist schon wieder in die Zukunft gerichtet.

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