Ein Viertel der britischen Moslems hat Verständnis für Attentäter

26. Juli 2005, 19:01
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Mehrheit ist aber gegen Einsatz von Gewalt

London - Ein Viertel der britischen Moslems hegt laut einer Umfrage Sympathie für die Motive der Attentäter von London, kritisiert aber deren Methoden. In einer vom britischen "Daily Telegraph" am Samstag veröffentlichten Umfrage gab ein Drittel der befragten Moslems an, die westliche Gesellschaft für "unmoralisch" zu halten. Zwar befand nur eine Minderheit von sechs Prozent die Anschläge vom 7. Juli mit 56 Toten für gerechtfertigt. Immerhin 24 Prozent räumten aber ein, abgesehen von deren Methoden viel Verständnis für die "Gefühle und Motive" der vier Selbstmordattentäter zu hegen.

Der Umfrage zufolge erklärte die große Mehrheit der Befragten ihre Loyalität gegenüber ihrer Wahlheimat Großbritannien. Nur ein Prozent unterstützte die Forderung, die "dekadente und unmoralische westliche Gesellschaft" müsse von Moslems notfalls mit Mitteln der Gewalt zerstört werden. 31 Prozent stimmten zwar der Aussage zu, der Westen sei unmoralisch; sie unterstützten jedoch nicht den Einsatz von Gewalt.

In einer weiteren von der Zeitung "The Sun" veröffentlichten Umfrage fanden 91 Prozent der befragten Moslems, die Selbstmordattentate von London seien durch den Koran nicht zu rechtfertigen. Nur wenig mehr als die Hälfte vertrat demnach die Ansicht, dass der Islam mit der modernen britischen Gesellschaft vereinbar ist. Ebenso viele Befragte fürchteten, dass die Anschlagsserien der vergangenen Wochen die Briten gegen die dort lebenden Moslems aufbringen werden. (APA)

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