Elias Canetti in zwei Ausstellungen

29. Juli 2005, 13:57
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Am Samstag vor einhundert Jahren wurde Elias Canetti im bulgarisch-osmanischen Rustschuk geboren

Heute vor einhundert Jahren war Rustschuk Teil des Osmanischen Reiches - und sollte es noch drei Jahre lang bleiben, bevor Bulgarien seine Unabhängigkeit erhielt: Elias Canetti, an diesem 25. Juli 1905 in Rustschuk geboren als Kind sephardischer Juden, war also türkischer Staatsbürger. Diese und die vielen weiteren Stationen im Leben des späteren Nobelpreisträgers für Literatur, zu denen neben London und Zürich bekanntermaßen auch Schul- und Studienjahre in Wien zählten, dokumentiert nun eine Ausstellung im Jüdischen Museum Wien. Elias Canetti (1905-1994) - Das Jahrhundert an der Gurgel packen schreitet Canettis Lebensweg entlang der drei Bände seiner Autobiografie ab. Ursprünglich für Zürich zusammengestellt von Sven Hanuschek (dessen 800-Seiten starke Canetti-Biografie unlängst bei Hanser erschien), zeigt die Schau, die nach einer weiteren Station in Graz nun nach Wien zog, zahlreiche Materialien des Nachlasses in der Zürcher Zentralbibliothek, dessen schriftstellerischer Teil seit 2002 der Forschung geöffnet wurde.

Eine weitere Canetti-Ausstellung organisierte John Pattillo-Hess, engagierter Veranstalter des jährlichen "Masse-und-Macht-Symposions" in der Wiener Urania: Begegnung zweier unbequemer Zeitgenossen - Alfred Hrdlickas Radierungen zu Masse und Macht, Porträt von Elias Canetti. Die Schau wird heute Abend um 19 Uhr eröffnet. (cia/DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.07.2005)

Aus dem Album

"Hüter der Verwandlungen"

Jüdisches Museum Wien
1., Dorotheergasse 11
So-Fr 10-18
Do. 10-20.
Bis 25. September

Wiener Urania
1., Uraniastr. 1
Mo-So 10-20
Bis 3. September

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    foto: ausstellung
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