Rice will Waffenstillstand retten

24. Juli 2005, 20:44
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Bei ihrem Besuch im Nahen Osten bemühte sich die US-Außen­ministerin um die Be­ziehung zwischen Israel und den Palästinensern und besuchte überraschend Libanon

Tel Aviv/Beirut – US-Außenministerin Condoleezza Rice hat sich bei ihrem jüngsten Besuch im Nahen Osten um die Rettung des Waffenstillstands zwischen Israelis und Palästinensern bemüht. Die Region stehe am Scheideweg, sagte sie. Der israelische Premier Ariel Sharon forderte nach der wieder aufgeflammten Gewalt von Rice mehr Druck auf die Palästinenser. Während eines Krisengesprächs am Freitag auf dem Bauernhof des Regierungschefs im Süden von Israel verlangte er, die Ministerin müsse nochmals auf den Kampf gegen die bewaffneten Gruppen dringen.

Sharons Büro teilte mit, er und Rice hätten auch über den israelischen Wunsch an die USA nach finanzieller Unterstützung in Höhe von hunderten Millionen Dollar für die Folgekosten des Gaza-Abzugs gesprochen. Rice brachte insbesondere ihre uneingeschränkte Unterstützung für den Abzug zum Ausdruck. Überraschend flog sie anschließend in den Libanon, um der ersten Regierung nach Abzug der syrischen Truppen die Unterstützung der USA auszusprechen.

Sie wolle die Libanesen zu ihrem Streben nach Demokratie beglückwünschen, erklärte sie auf ihrem Weg nach Beirut. Geplant waren unter anderem Gespräche mit dem prosyrischen Präsidenten Emile Lahoud. Rice traf auch mit Saad Hariri zusammen, dem Sohn des im Februar ermordeten Ministerpräsidenten Rafik Hariri. Auch wollte sie das Grab von Rafik al-Hariri besuchen.

Moment der Hoffnung

Es wurde erwartet, dass Rice in Beirut auch eine UNO- Resolution mit der Forderung einer Entwaffnung der antiisraelischen Hisbollah-Miliz anspricht. Am Donnerstag hatte Rice an Israelis und Palästinenser appelliert, alles dafür zu tun, "damit Terroristen diesen Moment der Hoffnung nicht zerstören". Mit dem israelischen Außenminister Silvan Shalom beriet sie über den geplanten Gaza-Abzug und den umstrittenen israelischen Sperrwall. Am Samstag will sie mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas zusammenkommen.

Unterdessen dementierte ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter Medienberichte, dass Rice ein Gipfeltreffen zwischen Israel und arabischen Staaten für die Zeit nach dem Abzug vorgeschlagen habe. Stattdessen würden sich die USA auf die Wiederbelebung des "Road map" genannten Friedensplanes konzentrieren.(DER STANDARD, Printausgabe, 23./24.7.2005)

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    Israels Premierminister Ariel Sharon redet mit US-Außenministerin Condoleezza Rice auf seiner Ranch im Süden Israels

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