Kolportiert: Wird Cap Parteiakademie-Chef?

24. Juli 2005, 09:34
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Seit Häupl so deutlich wie abfällig über den politischen Langzeitweg­gefährten gesprochen hat, wird offen über dessen Ablöse spekuliert

SPÖ-Klubchef Josef Cap ist ins Schussfeld der parteiinternen Kritik geraten. Nachdem sich Wiens Bürgermeister Michael Häupl so deutlich wie abfällig über den politischen Langzeitweggefährten geäußert hat ("Cap hat damals die Fäuste öfter geballt als ich. Der Unterschied ist: Ich tue es heute noch"), wird sogar offen über dessen Ablöse spekuliert. Die Argumentation: Cap, wiewohl ein begabter Redner, nehme seine Aufgabe als Koordinator im Klub nicht wahr. Cap weist das natürlich von sich.

Derzeit gibt es zwei Szenarien für die Zeit nach Cap: Parteichef Alfred Gusenbauer könnte seinen Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos als Klubchef entsenden, Kommunikationschef Josef Kalina würde dann Darabos ersetzen. Dafür spricht: Kalina wollte immer schon Bundesgeschäftsführer werden. Dagegen: Darabos' Standing nach den missglückten Asylverhandlungen ist im Parlamentsklub endend wollend.

Zweite Variante: Cap wird durch eine aufsteigende Persönlichkeit aus dem Klub ersetzt. Das Problem: Unter seinen Klubchefstellvertretern, den logischen Nachfolgern, drängt sich niemand auf. Josef Broukal gilt als zu wenig mit der Partei verwachsen, Caspar Einem als Außenseiter. "Cap und Gusenbauer haben in alter SJ-Manier darauf geschaut, dass neben ihnen niemand hochkommt. Konkurrenten werden abgedrängt oder ausgeschaltet", meint ein SPÖ-Klubmitglied verärgert.

Und Cap selbst? Auch für ihn hätten Kritiker schon einen honorigen Zukunftsaufgabe parat: "Er wäre der ideale Leiter der SPÖ-Parteiakademie." (DER STANDARD, Printausgabe, 22.07.2005)

  • Cap und Häupl: Eiszeit zwischen den politischen Langzeitweggefährten
    foto: standard/matthias cremer

    Cap und Häupl: Eiszeit zwischen den politischen Langzeitweggefährten

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