Londons Bürgermeister macht Westen für Anschläge mitverantwortlich

22. Juli 2005, 17:12
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Ken Livingston zeigt Verständnis für palästinensische Selbstmordattentäter

London - Der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone hat die westliche Politik im Nahen Osten für die Terroranschläge in seiner Stadt mitverantwortlich gemacht. "Wir haben einfach 80 Jahre westlicher Einmischung in überwiegend arabischen Ländern hinter uns, weil der Westen Öl braucht", sagte der "Rote Ken" aus der Labour-Partei von Premierminister Tony Blair am Mittwoch in einem BBC-Radiointerview.

Kein Sympathisant

Er unterstütze zwar grundsätzlich keine Gewalt, aber wenn die Briten so unterdrückt würden wie die Palästinenser durch die Israelis, "dann nehme ich mal schwer an, dass wir selbst eine Menge Selbstmordattentäter hervorgebracht hätten". Er sympathisiere zwar nicht mit palästinensischen Selbstmordattentätern, aber er verurteile sie auch nicht einfach. Dafür verurteile er die israelische Regierung, die manchmal ganze Gebiete bombardiere und sich damit an unschuldigen Zivilisten für die Terrortaten Einzelner räche.

"Nicht vom Himmel gefallen"

Die Londoner Selbstmordattentäter seien nicht vom Himmel gefallen. "Wir haben zweifelhafte Regierungen gestützt, und wir haben solche, die wir nicht mochten, aus dem Weg geräumt", sagte Livingstone. Livingstone ist in Großbritannien einer der prominentesten Gegner des Irakkrieges. (APA/dpa)

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