15 Tote bei Explosion in Tschetschenien

20. Juli 2005, 13:43
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20 Verletzte - Rebellen attackieren Polizeijeep

Moskau - Bei einem Bombenanschlag auf Milizionäre in der russischen Teilrepublik Tschetschenien sind am Dienstag nach jüngsten Meldungen mindestens 15 Menschen getötet worden. Das Attentat hätten Gefolgsleute des tschetschenischen Topterroristen Schamil Bassajew ausgeführt, sagte der Moskau-treue Präsident Alu Alchanow in der betroffenen Ortschaft Znamenskoye nordwestlich der Hauptstadt Grosny. Die meisten Opfer waren Polizisten. Auch ein Fahrrad fahrender Bub kam ums Leben. Nach Angaben Alchanows wurden 20 Verletzte in Krankenhäuser gebracht.

Nach ersten Erkenntnissen war zunächst ein Polizeifahrzeug in der Ortsmitte aus dem Hinterhalt beschossen worden. Als weitere Sicherheitskräfte und Anwohner am Tatort zusammenkamen, hätten unbekannte Täter dort eine Bombe gezündet, berichtete ein Polizeisprecher.

Kopfgeld

In Znamenskoye hatten Terroristen bereits vor zwei Jahren einen der blutigsten Anschläge gegen russische Einheiten verübt. Im Mai 2003 fuhr ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen in einen Kontrollposten der Kleinstadt. Durch die Explosion starben 60 Menschen, etwa 250 weitere wurden verletzt. Das Attentat galt offenbar einem Stützpunkt des Inlandsgeheimdienstes FSB.

Der islamische Extremist Bassajew hat sich nach Angaben der Rebellen zu den schlimmsten Terrorakten der vergangenen Jahre in Russland bekannt, darunter zur Geiselnahme von Beslan im September 2004 mit mehr als 330 Toten. Die russischen Behörden haben auf Bassajew ein Kopfgeld in Höhe von umgerechnet 8,3 Millionen Euro ausgesetzt.

Nach offizieller Darstellung des Kremls hat der Terror im Nordkaukasus die gleichen Wurzeln wie die Anschläge in New York und Washington 2001, in Madrid 2004 und zuletzt in London. Kritiker betonen dagegen, das Blutvergießen sei eine Reaktion auf Moskaus Kaukasuspolitik. Der Europarat kritisierte im Juni, dass in Tschetschenien Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Folter und Mord weiter meist unbestraft blieben. (APA/dpa)

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