Rekordabsatz österreichischer Aktien bei internationalen Anlegern

25. Juli 2005, 11:58
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Gute Performance des ATX in den ver­gangenen Monaten zum beträchtlichen Teil auf ausländische Investoren zurückzuführen

Wien - Das Comeback österreichischer Aktien bei internationalen Anlegern erreichte in den ersten fünf Monaten 2005 einen neuen Höhepunkt. Von Jänner bis Mai wurden laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) auf Basis von Zahlungsströmen mit netto 2,5 Mrd. Euro um 50 Prozent mehr Anteilsscheine an das Ausland verkauft als im Vergleichszeitraum 2004 (1,6 Mrd. Euro).

Das sei ein Rekordabsatz, der im entsprechenden Zeitraum der vergangenen zehn Jahre nicht annähernd erreicht wurde, teilt die OeNB am Dienstag mit. Deutlich gestiegen ist demnach auch die Nachfrage nach grenzüberschreitenden Rentenwerten. "Die gute Performance des ATX in den vergangenen Monaten ist zu einem beträchtlichen Teil auf ausländische Investoren zurückzuführen", meint die Nationalbank.

Attraktivität der Wiener Börse nimmt zu

Die aktuellsten Daten bestätigen einen schon bisher beobachteten Trend, so die OeNB weiter. Die zunehmende Attraktivität der Wiener Börse im Ausland, die sich bereits im gesamten Vorjahr mit einem Nettoabsatz inländischer Aktien und Investmentfonds in Höhe von 5,5 Mrd. Euro abgezeichnet hatte, gewann in den ersten fünf Monaten 2005 weiter an Dynamik. Die verhaltene Nachfrage ausländischer Anleger nach heimischen Anteilsscheinen, die sich im Gefolge des schwierigen Börseumfelds ab dem Jahr 2000 ergeben hatte, scheint damit nachhaltig überwunden worden zu sein. Im Vorjahresvergleich war auch das Interesse österreichischer Investoren an ausländischen Anteilsscheinen etwas größer, die in Höhe von netto 1,6 (nach 1,4) Mrd. Euro gekauft wurden.

Gleichzeitig verzeichneten auch Nettoinvestitionen in grenzüberschreitende Rentenwerte mit aktivseitig 21,7 Mrd. Euro (+47 Prozent) und passivseitig 21,6 Mrd. Euro (+28 Prozent) deutliche Zuwächse. Rund drei Viertel des zusätzlichen Engagements der österreichischen Anleger entfielen mit 8,6 (nach 3,3) Mrd. Euro auf den Erwerb von Geldmarktpapieren.

Zu einem merkbaren Anstieg kam es auch bei den ausländischen Direktinvestitionen im Inland. Diese legten auf netto 2,4 (nach 0,5) Mrd. Euro zu. Neuveranlagungen verdoppelten sich auf brutto 3,0 Mrd. Euro, Beteiligungsauflösungen halbierten sich auf brutto 0,6 Mrd. Euro. Etwas höher als im Vergleichszeitraum 2004 fiel das Auslandsengagement heimischer Direktinvestoren aus, das sich netto auf 1,3 (nach 1,1) Mrd. Euro belief.

Sonstige Investitionen, die vor allem das grenzüberschreitende Kredit- und Einlagengeschäft beinhalten, ergaben einen Kapitalexport von 4,4 (1,9) Mrd. Euro. Die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um 0,4 Mrd. Euro ab.

Gestiegener Absatz

Die Leistungsbilanz ergab im Zeitraum Jänner bis Mai 2005 nach ersten Berechnungen der OeNB einen Überschuss von 2,0 (0,9) Mrd. Euro. Diese Entwicklung wurde hauptsächlich durch den gestiegenen Überschuss aus dem grenzüberschreitenden Güter- und Dienstleistungsverkehr in Höhe von 3,5 (2,4) Mrd. Euro bestimmt. Vor allem der Reiseverkehrsüberschuss, der nach 2,5 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 2004 ein Plus von 3,0 Mrd. Euro erreichte, leistete dabei einen wichtigen Beitrag, so die OeNB.

Das Defizit in der Einkommensbilanz hat sich von 0,6 auf 0,7 Mrd. Euro etwas erhöht. Einerseits zeigten Einkommen aus Direktinvestitionen mit -0,2 (-0,1) Mrd. Euro einen höheren Abgang, andererseits ergaben Einkommen aus Sonstigem einen ausgeglichen Saldo, nachdem im Vergleichszeitraum ein Überschuss von 0,3 Mrd. Euro verzeichnet worden war. Dagegen fiel das Defizit der Einkommen aus Portfolioinvestitionen mit 0,7 (0,1) Mrd. Euro geringer aus. (APA)

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