Frankreich normalisiert Beziehungen zu Havanna

16. Juli 2005, 14:20
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Kubanischer Außenminister Perez Roque: "Unumgängliche Korrektur" der EU-Position

Havanna - Frankreich hat seine Beziehungen zu Kuba normalisiert. Es sei jetzt an der Zeit, die Basis für einen "ehrlichen und konstruktiven" Dialog zu schaffen, erklärte dazu am Freitag die französische Botschafterin in Havanna, Marie-France Pagnier. Sie räumte ein, dass dies "zeitweise schwierig und schmerzhaft" sein werde. Kubas Außenminister Felipe Perez Roque, der zum französischen Nationalfeiertagsempfang am 14. Juli eingeladen worden war, sprach seinerseits von einer "Rektifizierung" der europäischen Position, die "unvermeidbar" geworden sei.

"Die so genannten Sanktionen der Europäischen Union waren ungerecht und unwirksam", erklärte der kubanische Außenminister. Die EU hatte 2003 diplomatische Sanktionen gegen Kuba verhängt, nachdem die Regierung in Havanna 75 Regimegegner eingesperrt hatte. Ende vergangenen Jahres wurden einige freigelassen. Die EU hatte ihre Kritik an Kuba wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen bekräftigt, aber auf Wunsch Spaniens von der Wiedereinführung der im Jänner "vorübergehend" ausgesetzten Sanktionen Abstand genommen. Im Mai hatten die kubanischen Behörden mehrere Parlamentarier aus EU-Ländern, unter ihnen den Menschenrechtsaktivisten und tschechischen Senator Karel Schwarzenberg, des Landes verwiesen. (APA)

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