Top-Player im europäischen Güterverkehr

28. Juli 2005, 16:56
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2004 auf Rang vier würde der Einstieg in der Slowakei ein Vorrücken der ÖBB-Güterverkehr in die Top 3 Güterbahnen Europas bedeuten - mit Infografik

Wien/Brüssel - Die ÖBB sind auf dem Weg, zu einer der drei größten Güterbahnen Europas aufzusteigen. 2004 lagen die ÖBB mit 92 Millionen Tonnen Transportvolumen auf Rang vier im europäischen Ranking - hinter der Deutschen Bahn (inklusive Railion DK und NL 320 Mio. Tonnen), der polnischen PKP (163,5 Mio. Tonnen) und der französischen SNCF (117,4 Mio. Tonnen). Gelingt den ÖBB die angepeilte Übernahme des slowakischen Schienengüterverkehrs, würden sie die Franzosen deutlich abhängen, geht aus dem Jahresbericht der europäischen Bahnvereinigung CER hervor.

Die Cargo Slovakia, bisher Teil der Staatsbahn ZSSK, hat demnach im vergangenen Jahr knapp 50 Mio. Tonnen Güter transportiert, also etwa hab so viel wie die ÖBB. Das entsprach etwa 9,7 Millionen Tonnen je Schienenkilometer in der Slowakei, im Vergleich zu 19,027 Tonnenkilometern in Österreich.

Frist bis Juli

Die Slowakei hat Anfang Juni ihren Eisenbahn-Güterverkehr zur Privatisierung ausgeschrieben. Die Angebotsfrist läuft bis 29. Juli. ÖBB-Holdingvorstand Martin Huber hat zuletzt in einem Interview betont, es sei "wichtig für den ÖBB Güterverkehr, bei der Privatisierung in der Slowakei dabei zu sein". Größter Konkurrent der ÖBB wird voraussichtlich die Deutsche Bahn sein. Daneben sollen Medienberichten zufolge auch die ungarische Staatsbahn MAV, tschechische und ukrainische Verkehrsunternehmen, sowie die US-Investmentgruppe Rail World an der Cargo Slovakia interessiert sein.

Die slowakische Regierung erhofft sich aus der Privatisierung mindestens 15 Mrd. Kronen - umgerechnet 384 Mio. Euro. Das Geld soll vor allem zur Deckung früherer Schulden und der Kosten der bisherigen Umstrukturierungsschritte der alten slowakischen Eisenbahngesellschaft verwendet werden. Laut Verkehrsminister Pavol Prokopovic soll die Privatisierung noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Als Privatisierungsberater fungiert ein Konsortium aus der österreichischen CA IB, der HVB Hlacrow und Squires Sanders.

CER-Daten

Die ZSSK beschäftigt im Personen- und Güterverkehr laut CER-Daten in Summe 17.611 Mitarbeiter, den Infrastrukturbereich mit weiteren 21.000 Mitarbeitern hat die Slowakei in ein eigenes Unternehmen mit dem Namen ZSR ausgelagert. Die ÖBB hatten zuletzt knapp 45.000 Mitarbeiter, davon rund 20.000 im Absatz (also Personenverkehr, Güterverkehr, Traktion und Werkstätten).

Gemessen am Passagieraufkommen liegen die ÖBB übrigens mit 188 Millionen Passagieren auf Platz 8. Spitzenreiter mit 1,7 Mrd. Fahrgästen 2004 ist auch hier die Deutsche Bahn, gefolgt von den Franzosen und den Italienern. (APA)

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