Israelis erschießen militanten Palästinenser

16. Juli 2005, 09:16
9 Postings

Sharon: Nach Räumung von Gaza-Streifen kein weiterer Abzug

Nablus/Ramallah - Israelische Soldaten stürmten am Donnerstag das Haus einer Britin in Nablus und erschossen einen militanten Palästinenser.

Die israelische Armee erklärte zu dem Vorfall, der Palästinenser sei auf der Flucht getötet worden. Es habe sich um ein Mitglied der palästinensischen Terrororganisation Islamischer Jihad gehandelt. Nach Angaben der Britin, einer Journalistin, wurde der Mann aus nächster Nähe erschossen, nachdem er durch eine erste Kugel kampfunfähig gemacht worden sei. Ein zweiter Palästinenser wurde festgenommen.

Der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei bezeichnete die gezielte Tötung von Mitgliedern des Islamischen Jihad, die der israelische Regierungschef Ariel Sharon nach einem Selbstmordanschlag vom Dienstag angekündigt hatte, als "sehr gefährlich". Der geplante Abzug Israels aus dem Gaza-Streifen sei auf eine ruhige Lage angewiesen.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana mahnte die palästinensische Führung, sich gut auf die Übernahme des Gaza-Streifens ab Mitte August vorzubereiten. Er übergab den Sicherheitskräften in Gaza mehrere Motorräder und Fahrzeuge, die bei der Entschärfung von Bomben eingesetzt werden können. Er sagte 200 weitere Fahrzeuge sowie Kommunikationsausrüstung der EU zu.

Sharon wandte sich unterdessen mit scharfen Worten gegen jüdische Siedler, die den Abzug aus dem Gaza-Streifen verhindern wollen. Deren Aufruf an die Soldaten, den Dienst bei der Evakuierung der Siedlungen zu verweigern, sei schlimm, sagte der Ministerpräsident. "Ich setzte mein Vertrauen in die Nation, diesem Aufruf nicht zu folgen." Am Mittwoch hatten sechs Soldaten Sharons Befehl verweigert, die jüdischen Siedlungen im Gazastreifen für Besucher aus Israel zu schließen.

Gleichzeitig kündigte Sharon an, dass es nach der Räumung des Gaza-Streifens keinen weiteren einseitigen Abzug israelischer Truppen aus palästinensischen Gebieten geben werde. Vor Repräsentanten der Polizei über die Zeit nach dem Abzug, der am 17. August beginnen soll: "Es gibt keine weitere einseitige Abtrennung." (APA/AP/Reuters/dpa)

Share if you care.