"Knigge-Spitzel": Schulung war Ausbildung für Ferialjob

14. Juli 2005, 15:23
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Student begleitete Bekannte in Kurs für bezahlten Job - ÖVP sprach zuvor von Schulung für Parteimitarbeiter

Wien - Jener Mann, der den Grünen den umstrittenen "Wahlkampf-Knigge" zugespielt hat, hat sich zu Wort gemeldet. Wie ORF.at berichtete, geriet der Grazer zufällig in eine Schulung, als er eine Bekannte begleitete, die sich bei der ÖVP um einen Ferialjob beworben hatte.

"Ferialjob"

Im Schulungsraum sei der 29-jährige Boris Kuttner dann von lauter jungen Menschen umgeben gewesen: "Schüler und Studenten zwischen 17 und 25, die einen Ferialjob gesucht haben, und von der ÖVP engagiert worden sind, wobei meine Bekannte diesen Job gemacht hat, weil sie Geld braucht, und das ein Ferienjob ist", so Kuttner. ÖVP-Landesgeschäftsführer Andreas Schnider hatte ja in der ersten Reaktion auf das Papier noch von einer Schulung für ÖVP-Mitarbeiter gesprochen, die sich gegen Angriffe von politischen Gegnern auch mit Leserbriefen und Internet-Postings wehren wollten.

Naturfeind der ÖVP

Kuttner sagt, in der Schulung sei es dann - wie im schon bekannten Papier - darum gegangen, wie für die ÖVP und gegen die politischen Gegner Stimmung gemacht werden kann: "Es ist sehr um den Herrn Voves gegangen, der Naturfeind der ÖVP schlechthin, und wie man Voves verunglimpft auf die radikale Art." "Ich bin da einfach reinspaziert"

"Gehört an die Öffentlichkeit"

Er sieht sich nicht als Spitzel: "Ich kann nur sagen, dass das für mich eher ein Spaß war, da mit reinzugehen, ich bin kein Spitzel. Ich bin da einfach reinspaziert, und es hat keiner was dagegen gehabt", so Kuttner. Über seine Beweggründe mit dem Papier und jetzt auch als Person an die Öffentlichkeit zu gehen, sagt er: "Weil ich mir gedacht habe, das ist eine Sache, die an die Öffentlichkeit gehört." (red)

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