Suizidprävention: Häftlinge als Zuhörer für die neuen Insassen

15. Juli 2005, 17:13
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Modell der "Listener" hat sich in Tirol erfolgreich bewährt

Innsbruck - Häftlinge als Zuhörer für neue Insassen. In Innsbruck hat sich dieses Modell zur Suizidprävention bestens bewährt, Günter Ecker vom Verein für Menschenrechte Österreich fordert nun vom Innenministerium eine Umsetzung dieser Maßnahme in den Polizeigefängnissen.

Bei dem Tiroler Modell werde neu eingelieferten Häftlingen "besondere Aufmerksamkeit" geschenkt. Eine Gruppe von Strafgefangenen stelle sich freiwillig und nach entsprechender Auswahl und Einschulung durch Fachpersonal den neuen Häftlingen in aktuellen Krisensituationen als Zuhörer, so genannte "Listener", zur Verfügung.

Diese würden vor allem nachts und an den Wochenenden in Anspruch genommen. In dieser Zeit stünden die psychosozialen Dienste der Justizanstalt nicht zur Verfügung. "Diese ehrenamtliche Selbsthilfe der Häftlinge zur Bewältigung des ,Haftschocks' hat sich bewährt", erklärte Ecker in einer Aussendung, es habe seit der Einführung keine Suizidversuche gegeben.

Das Innenministerium sollte die Maßnahme daher für Polizeigefängnisse in die "Anhalteordnung neu", die seit dem 27. Juni in Arbeit ist, aufnehmen. Derzeit werden Verwahrungshäftlinge nämlich nach Möglichkeit in Einzelhaft gesperrt. (APA, moe, DER STANDARD Printausgabe 14.7.2005)

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