Die Literatur macht's möglich: Frühling, das ganze Jahr

22. Juli 2005, 12:39
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Absicht: "Wurzelschlagen im 'waste land' Linz"

Wer den Linzer Frühling noch nicht kennt: Er hat immer Saison. Zumindest, wenn es nach Kurt Mitterndorfer geht, der in der Stahlstadt seit über zehn Jahren literarische Veranstaltungen unter diesem Titel ausrichtet. Seinen Frühling versteht der gebürtige Linzer, wie er auf seiner Website schreibt, "nicht als romantisches Klischee, sondern als mitunter auch Widerstände überwindendes Wurzelschlagen im 'waste land' Linz". Angefangen hat Mitterndorfer im Kulturzentrum Posthof.

Als ihm dessen Ausrichtung zu sehr dem Marktkonformen zustrebte, beschritt er eigene Pfade. Wo andere Veranstalter ihr Heil im Engagieren gängiger Namen sehen, beschränkt er sich bei den meist im Urfahrer Gasthaus Urbanides stattfindenden Lesungsabenden bewusst auf Autorinnen und Autoren aus dem Raum Linz. Seine Tätigkeit versteht er als Initiative zur Förderung einer lebendigen regionalen Literaturszene. Für eine sommerliche Lesereihe zieht es ihn mit dem Linzer Frühling nun ins Freie, zum Musikpavillon an der Unteren Donaulände.

Den Auftakt zu vier Abenden Literatur macht dort am Donnerstag eine Lesung von Margit Schreiner, einer auch über die Grenzen des Landes ob der Enns hinaus bekannten Autorin. Nach Jahren der Wanderschaft und Stationen u. a. in Tokio, Paris und Berlin lebt Schreiner wieder in Österreich. Zuletzt erschien 2004 im Schöffling Verlag "Die Eskimorolle". Zum zweiten Termin, am 28. Juli, liest der Linzer Robert Stähr (Jg. 1960). (fast/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.7.2005)

14.7. 21:00

Musikpavillon an der Unteren Donaulände, 4020 Linz, 0676/ 762 33 31

Link

linzer-fruehling.at

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    Margit Schreiner liest unter anderem aus "Die Eskimorolle" (2004).

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