Terrorist Zarqawi verteidigt Anschläge auf Schiiten

16. Juli 2005, 11:07
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Gesuchter Jordanier wehrt sich gegen Kritik seines Mentors Maqdisis an den Gewalttaten seiner Gruppe gegen Zivilisten

Kairo - Der im Irak gesuchte Jordanier Abu Musab al-Zarqawi hat Anschläge seiner Terrorgruppe auf Schiiten im Irak verteidigt. In einem Zarqawi zugeschriebenen Brief an seinen ehemaligen Mentor Abu Mohammad al-Maqdisi erklärt er, seine Gruppe habe zwar Schiiten angegriffen, aber keine irakischen Christen oder Angehörige anderer Minderheiten, "weil diese nicht die gleiche üble Rolle gespielt haben wie die Ablehnenden (die Schiiten)". Die Schiiten hätten den Kampf begonnen, indem sie die Sunniten angegriffen hätten, weshalb seine Gruppe nun schiitische Milizionäre töte.

In dem Brief, der am Dienstag in einem Islamistenforum im Internet auftauchte, wehrt Zarqawi sich gegen Maqdisis Kritik an den Gewalttaten seiner Gruppe gegen Zivilisten im Irak. Er behauptet, er habe vor Beginn der Anschläge Religionsgelehrte konsultiert, "die in den Gefängnissen der Tyrannen sitzen, und deren Wissen (über den Islam) die Kenntnisse von Abu Mohammad übersteigen". Der radikale Rechtsgelehrte Abu Mohammad al-Maqdisi hatte in Jordanien einst zusammen mit Zarqawi im Gefängnis gesessen. Anfang Juli war er aus der Haft entlassen worden. Nach Interviews in arabischen Medien, in denen er Zarqawis Terroranschläge verurteilte, war er erneut wegen angeblicher Kontakte zu Terrorgruppen in Jordanien inhaftiert worden.

Zarqawi, dessen Gruppe zahlreiche blutige Anschläge im Irak verübt haben soll und die sich zu mehreren Geiselmorden bekannt hat, schrieb in dem Brief: "Ich bin jetzt ein Soldat in der Armee von Scheich Osama". Er hatte im Oktober 2004 seine Loyalität zu Osama bin Laden, dem Anführer des Al-Kaida-Terrornetzwerks bekundet. (APA/dpa)

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