Neun Zivilisten nach Festnahme in Polizeiwagen erstickt

13. Juli 2005, 14:24
8 Postings

Innenministerium in Bagdad kündigt Untersuchung an

Bagdad - Neun von irakischen Sicherheitskräften unter Terrorismusverdacht festgenommene Zivilisten sind nach Angaben aus dem irakischen Innenministerium in einem Polizeiwagen erstickt. Die neun Maurer seien vor ihrem Tod mehr als 14 Stunden lang bei größter Hitze in dem Wagen festgehalten worden.

Drei weitere Maurer, die den Aufenthalt in dem Wagen überstanden, wurden demnach in ein Krankenhaus gebracht. Zwei von ihnen wurden den Angaben zufolge später erneut festgenommen. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Polizei untersuche den Vorfall. In Bagdad herrschen derzeit Temperaturen um 40 Grad Celsius.

Von US-Soldaten beschossen

Den Berichten zufolge beschossen US-Soldaten am Sonntag den Kleinbus, mit dem die Maurer im Westen von Bagdad unterwegs waren. Ein Businsasse wurde demnach getötet und zwei weitere verletzt. Die übrigen Maurer fuhren nach Angaben der Überlebenden mit den Verwundeten in ein Krankenhaus. Dort wurden sie von einer Kommandotruppe der irakischen Polizei festgenommen.

Dija Adnan, ein 27-jähriger Angestellter des Erdölministeriums, berichtete auf einer Pressekonferenz, auch er sei festgenommen worden, als er seine schwangere Frau ins Krankenhaus gebracht habe. Er sei gefesselt und geschlagen und zu dem Polizeiwagen gebracht worden. Dort hätten sich bereits zwölf oder 13 Männer befunden, die wie tot gewirkt hätten. Er selbst sei in Ohnmacht gefallen und später in einem Krankenhaus aufgewacht, aus dem er mit Hilfe seiner Familie geflohen sei.

Die irakischen Sicherheitskräfte werden regelmäßig brutaler Übergriffe gegen festgenommene Terrorverdächtige beschuldigt. (APA)

Share if you care.