Partnersuche für Sendetechnik: ORF verhandelt mit Raiffeisen-Tochter

12. Juli 2005, 15:55
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Stiftungsrat beschließt verbindliches Übernahmeangebot an ungarischem Sendernetz

Schwere Gewitterwolken entluden sich Montagnachmittag über dem Küniglberg, mindestens ebenso drückend und zäh gestalteten sich die Verhandlungen des Stiftungsrats hinter verschlossenen Türen.

Im Mittelpunkt der stundenlangen Beratungen stand die Partnersuche für die Sendetechniktochter ORS. Der Stiftungsrat beschloss, dass über die zu vergebenden 40 Prozent mit der Raiffeisen-Tochter Medicur exklusiv weiter verhandelt werden soll - Voraussetzung dafür, dass die Geschäftsführung die Verhandlungen zum Abschluss bringen kann. ORF-Direktor Alexander Wrabetz sprach vom "klaren Bestbieter, sowohl was Preis, Qualität, Finanzierung und deren Beitrag zur Digitalisierung" betrifft.

Ergebnis Anfang August erwartet

Medicur hält unter anderem mehr als 50 Prozent an der Kurier-Beteiligungs-AG und rund 30 Prozent an Sat.1 Österreich. Ein Fall für den Kartellrichter? Mitnichten, meint Wrabetz. Schließlich sei die ORS kein Medienunternehmen. Sollte man zu keinem Abschluss gelangen, werde mit der australischen Macquarie-Gruppe verhandelt. Mit einem Ergebnis rechnet Wrabetz Anfang August.

Weiters soll der ORF laut Stiftungsrat dem ungarischen Sendernetz ein verbindliches Übernahmeangebot legen. Wrabetz sieht darin "eine große Entwicklungschance am Prozess in Mitteleuropa". Außerdem eröffneten sich hier Möglichkeiten für "weitere Überlegungen". Schließlich stünden auch bald etliche andere osteuropäische Sendernetze zur Verfügung.

Womit der unter Sparzwang stehende ORF die Investitionen bewältigen will? "Jedenfalls nicht mit Programmgeldern", versichert Wrabetz. (Doris Priesching/DER STANDARD, Printausgabe, 12.7.2005)

Nachlese

Sydney grüßt Küniglberg - Australische Charmeoffensive um Sendeanlagen - Raiffeisen gilt als erste Wahl, aber auch die australische Macquarie-Gruppe ist noch im Rennen

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