Anschläge lösen weltweit Alarm aus

8. Juli 2005, 21:49
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Paris und Washington heben Warnstufen an - Villepin sichert Blair Unterstützung zu

Paris/Washington - Die Anschlagsserie in London hat weltweit Terrorangst ausgelöst. Die französische Regierung hob den Terroralarm unmittelbar nach den Explosionen am Donnerstagmorgen auf die zweithöchste Stufe. In Washington wurden bewaffnete Beamte mit Spürhunden in die U-Bahnen geschickt. Auch in Berlin wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Es liege zwar keine aktuelle Bedrohungslage vor, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe mit. Vorbeugend sei aber die Sicherheitsstufe Gelb ausgerufen worden, die zweithöchste. Das Personal in U-Bahnen und Bussen ist somit alarmiert, auf herrenloses Gepäck und verdächtige Gegenstände zu achten.

Der französische Ministerpräsident Dominique de Villepin ordnete an, die Warnstufe Rot auszurufen. Er erklärte seine "tiefste Solidarität" mit der britischen Regierung und der britischen Bevölkerung. In einem Brief an den britischen Premierminister Tony Blair sicherte Villepin "die sofortige, vollständige und umfassende Zusammenarbeit der französischen Dienste zu, um Ihnen zu helfen, die Urheber dieser Verbrechen zu identifizieren".

Die Sprecherin der Washingtoner Verkehrsbehörde, Candace Smith, sagte, man habe sofort auf die Terroranschläge in London reagiert. Mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten würden in Zügen und Bussen patrouillieren und auf verdächtige Gepäckstücke oder Personen achten. Auch die Fahrgäste seien aufgerufen worden, besonders wachsam zu sein und verdächtige Vorfälle zu melden. Etwa 1,2 Millionen Menschen nutzen täglich den öffentlichen Personennahverkehr der US-Hauptstadt.

Die australische Regierung richtete eine Hotline ein, auf der sich die Menschen nach dem Schicksal ihrer in London lebenden Verwandten und Bekannten informieren können. Etwa 300.000 Australier leben in Großbritannien, die meisten von ihnen in der Hauptstadt. Mehrere Gebäude der Schweizer Großbank UBS in der Nähe der Liverpool Street in London wurden nach den Explosionen evakuiert. (AP, dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 8.7.2005)

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