Bill Gates will sich keinen Chip einpflanzen lassen

19. Juli 2005, 16:08
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Aber Verbindung von Computer und Mensch als fester Teil des Alltags erwartet - Spracheingabe wird Tastatur nicht ersetzen

Im Körper implantierte Chips könnten eines Tages eine entscheidende Hilfe für Blinde und Taube sein. Er selbst sei aber nicht bereit, sich verkabeln zu lassen, sagte jetzt Microsoft -Gründer Bill Gates im Rahmen eines Zukunftsseminars in Singapur.

"Ich bin froh, wenn der Computer dort steht und ich hier"

"Einer von den Jungs bei Microsoft sagt mir immer: 'Ich bin bereit, stöpsel mich an'", sagte Gates. "Ich bin da etwas anders. Ich bin froh, wenn der Computer dort steht und ich hier."

Verbindung von Menschen mit Computertechnik

Die direkte Verbindung von Menschen mit Computertechnik ist schon lange ein Lieblingsthema von Science-Fiction-Autoren, angefangen bei der Kontrolle von Roboterteilen durch Hirnwellen bis zur Speicherung von persönlichen Erinnerungen auf einem Chip. Mit Innenohr-Implantaten und technischen Lösungen in der Schmerztherapie beginne die Umsetzung solcher Vorstellungen in die Realität, sagte Gates, dessen Unternehmen in diesem Jahr rund fünf Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgibt. Diese Art von Technik werde insbesondere dort weiter vorangetrieben, wo es um die Korrektur von Behinderungen gehe, erklärte Gates. "Diese Möglichkeiten werden wir bekommen."

Ein fester Bestandteil des Alltags

Die Verbindung Computer-Mensch werde in einigen Generationen wahrscheinlich ein fester Bestandteil des Alltags sein, sagte Gates und berief sich dabei auf den Autor Ray Kurzweil. Dieser sei besonders gut in der Vorhersage der Zukunft künstlicher Intelligenz.

Eingabesysteme

Im Unterschied zu anderen Prognosen sagte Gates, er erwarte nicht, dass die Tastatur von einem sprachgesteuerten Eingabesystem abgelöst werde. Ein Comeback werde es für den Stift geben - wenn auch nicht mit Tinte. Die Zeichenerkennung von Stifteingaben werde in den nächsten Jahren sehr viel intelligenter. Neben der Handschriftenerkennung werde es auch möglich sein, Musiknoten auf diese Weise zu erfassen. "Einige Leute unterschätzen den Stift, weil die Erkennungssoftware noch in einem frühen Entwicklungsstadium ist", sagte Gates. "Aber da gibt es eine sehr steile Lernkurve."

Spracheingabe

Die Spracheingabe werde wahrscheinlich das wichtigste Mittel, um Informationen in tragbare Kleincomputer einzugeben, erklärte der Microsoft-Chairman. "Allerdings sind viele junge Leute schrecklich gut auf dieser kleinen Tastatur", fügte Gates mit Blick auf den SMS-Boom in Europa und Asien hinzu. (apa)

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