Erzdiözese von Miami zahlt Rekordsumme wegen sexuellen Missbrauchs

3. Juli 2005, 20:43
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Frau verklagt suspendierten katholischen Priester

Miami - Die Erzdiözese von Miami im US-Bundesstaat Florida zahlt einer jungen Frau wegen sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Priester ein Schmerzensgeld in Rekordhöhe. Wie der Anwalt der Frau am Freitag mitteilte, wurde seine Mandantin zwischen 1993 und 1997 im Alter von 13 bis 17 Jahren wiederholt durch den mittlerweile seines Amtes enthobenen Jan Malicki sexuell missbraucht.

Die genaue Summe der Entschädigung wollte Anwalt William Snihur nicht nennen, der bisherige Spitzenbetrag lag jedoch bei 500.000 Dollar (knapp 420.000 Euro). Er wurde an einen Mann gezahlt, der als Minderjähriger in einer Gesundheitseinrichtung in Miami sexuell missbraucht worden war.

Weiterer Fall

Laut Snihur steht eine weitere Einigung mit der Erzdiözese Miami über eine Entschädigungszahlung unmittelbar bevor. Dabei geht es um eine Frau, die Malicki des sexuellen Missbrauchs in den Jahren 1996 und 1997 beschuldigt. Der Priester beteuert seine Unschuld.

Die Diözese Miami hat laut Jahresbericht 2005 seit 1966 mehr als 17 Millionen Dollar an Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester gezahlt, davon allein im vergangenen Jahr fünf Millionen Dollar. Die Schmerzensgeldzahlungen an die Opfer der vielen Missbrauchsfälle haben zahlreiche Diözesen in den USA an die Grenze der Zahlungsfähigkeit gebracht. (APA/AFP)

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