Kohlendioxidausstoß macht Ozeane saurer

12. Juli 2006, 14:30
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Bericht der britischen Royal Society: Korallenschwund wirkt sich auf Tiere und Menschen aus

London - Der Kohlendioxidausstoß durch die Verbrennung fossiler Energieträger lässt auch die Ozeane saurer werden, wie eine britische Forschungsorganisation mitteilte. Die Royal Society veröffentlichte ihren Bericht mit Blick auf das G-8-Treffen in Schottland, auf dem auch über die weltweite Klimaerwärmung beraten werden soll. Die Organisation fordert darin entschlossene Schritte von den Politikern, um den Ausstoß an Kohlendioxid einzudämmen.

Auswirkungen

Geschehe dies nicht, dann werde in den Ozean in Zukunft für viele Arten und Ökosysteme, wie sie heute bekannt seien, kein Platz mehr sein, erklärte John Raven, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe zur Versauerung der Ozeane bei Royal Society, am Donnerstag. Die Chemie der Ozean ändere sich derzeit "hundert Mal schneller als in den vergangenen Millionen Jahren".

Durch die Versauerung der Ozeane werde es bis zum Jahr 2050 an tropischen und subtropischen Riffen kaum noch Korallen geben, warnt der Royal Society-Bericht. Dies werde starke Auswirkungen auf hunderttausende andere Arten sowie auf Menschen haben, denen die Korallen Nahrung und Schutz vor Flutwellen und anderen Naturgewalten bieten. Einige Planktonarten würden stark beeinträchtigt, was sich auf ganze Nahrungsketten auswirken werde. Auch größere Meerestiere wie Tintenfische würden durch die Veränderungen in den Meeren in Mitleidenschaft gezogen.

Forderung

Seit Beginn der Industriellen Revolution hätten die Ozeane die Hälfte des Kohlendioxidausstoßes in sich aufgenommen und derzeit absorbierten sie jedes Jahr eine Tonne Kohlendioxid für jeden Menschen auf der Erde. Andrew Watson, ein Mitglied der Royal Society forderte, der Kohlendioxidausstoß müsse bis 2100 auf weniger als die Hälfte des heutigen Niveaus reduziert werden. Das ist weitergehend als im Klimaprotokoll von Kyoto gefordert. (APA/AP)

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    Bericht der Royal Society: Die Chemie der Ozean ändert sich derzeit "hundert Mal schneller als in den vergangenen Millionen Jahren".

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