Weniger deutsche Arbeitslose - Aber noch keine Konjunktur-Impulse

12. Juli 2005, 14:59
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Saisonbedingt gab es im Juni 102.000 weniger Arbeitslose - Jugendarbeitslosigkeit überdurchschnittlich gefallen

Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni saisonbedingt um 102.500 auf 4,7 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 11,3 Prozent. Im Juni 2004 hatte sie noch bei 10,2 Prozent gelegen. Hauptsächlich wegen der seit Jahresanfang gültigen Hartz-IV-Reform lag die Zahl der Arbeitslosen um 470.600 über der des Vorjahres. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte am Donnerstag in Nürnberg, der Rückgang im Juni sei vor allem auf die jahreszeitlich übliche Belebung am Arbeitsmarkt zurückzuführen.

Konjunkturelle Impulse hätten dagegen kaum eine Rolle gespielt. Erfreulich sei, dass die Jugendarbeitslosigkeit überdurchschnittlich zurückgegangen sei. In Westdeutschland wurden im Juni 3,12 Mio. Männer und Frauen als arbeitslos gezählt. Das waren 53.000 weniger als im Mai, aber 448.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 9,5 Prozent. Im Juni des Vorjahres hatte sie bei 8,1 Prozent gelegen.

In Ostdeutschland gab es 1,59 Millionen Arbeitslose, 50.000 weniger als vor einem Monat, aber 23.000 mehr als vor einem Jahr. Die Quote sank binnen Monatsfrist um 0,4 Punkte auf 18,5 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie bei 18,1 Prozent. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl sank im Juni um 23.000 auf 4,86 Millionen. Im Westen nahm die um Witterungseinflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 4.000 ab. Im Osten ging sie um 19.000 zurück, berichtete die Bundesagentur für Arbeit.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe sich weiter ungünstig entwickelt, hieß es. Sie lag im April mit 26,15 Millionen um 333.000 unter dem Vorjahreswert. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ist die Zahl aller Erwerbstätigen in Deutschland im Mai leicht gestiegen. Insgesamt seien rund 38,84 Millionen Männer und Frauen erwerbstätig gewesen - 0,2 Prozent mehr als im April und 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (APA/dpa)

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