Steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuung unter Kritik

18. Juli 2005, 13:45
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Christliche Gewerkschafterin Gubitzer äußert Bedenken, dass Maßnahme hauptsächlich besserverdienenden Männer zugute kommt

Wien - Die Forderung nach einer individuellen, steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuung macht Christine Gubitzer (V), Frauenvorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG), wenig Freude: "Es klingt zwar schön, aber ich habe da meine Bedenken", so die Christgewerkschafterin bei einer Pressekonferenz am Montag. Gubitzer befürchtet, dass Männer mit dem höheren Einkommen steuerlich begünstigt werden würden - und nicht die Frauen.

Stützung kleiner und mittlerer Einkommen

ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits (S) meinte zu der Forderung ebenfalls, dass dies vor allem Besserverdienenden zu gute kommen würde. Beide Gewerkschafterinnen plädierten für Maßnahmen, von denen wirklich Frauen profitieren würden. Csörgits sprach sich für die Stützung kleiner und mittlerer Einkommen durch Lohnsteuersenkung um eine Milliarde Euro plus Verdoppelung der Negativsteuer von derzeit 110 auf 220 Euro aus, außerdem sollte man mehr in flächendeckende Kinderbetreuungseinrichtungen investieren.

Der ÖVP-Arbeitnehmerflügel ÖAAB im November des Vorjahres die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuung gefordert. Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V) erklärte zum Frauentag, dass sie an dieser "16 Jahre alten" Forderung dranbleiben möchte.

Mehr Zustimmung bei Gubitzer findet das SPÖ-Modell "Vaterschutzmonat". Väter könnten dadurch "ein bisschen Karenz schnuppern". (APA)

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