Regierung meldet Aufbau neuer Häuser in Harare

4. Juli 2005, 11:31
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Nach Abriss eines Elendsviertels - 5.600 Häuser geplant

Harare - Nach der umstrittenen Räumung von Elendsvierteln in Simbabwe hat die Regierung am Samstag den Aufbau von mehreren hundert Häusern gemeldet. Das staatliche Radio berichtete, die ersten 500 der geplanten 5.600 Häuser in der Hauptstadt Harare seien bezugsfertig. Landesweit seien den früheren Bewohnern 250.000 Grundstücke zur Verfügung gestellt worden. Die UNO und Menschenrechtsorganisationen hatten die Räumung kritisiert, in der kommenden Woche wird ein UN-Sondergesandter in Simbabwe erwartet.

Der simbabwische Präsident Robert Mugabe verteidigte die Kampagne mit der Bezeichnung "Operation Murambatsvina" (Weg mit dem Müll). Der 81-Jährige erklärte, man wolle gegen Rechtlosigkeit, illegalen Devisenhandel und Prostitution vorgehen. Zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Die Opposition erklärte, mit der Kampagne sollten die Menschen bestraft werden, die bei der Parlamentswahl nicht für die Regierung gestimmt hätten.

Der simbabwische Erzbischof Pius Ncube forderte die Festnahme Mugabes. Ncube sagte am Freitag im Vatikan, die Regierung in Harare wolle Wähler der Opposition in die von Hungernöten geplagten ländlichen Gebiete schicken. Die Afrikanische Union und das Nachbarland Südafrika wollten die Vertreibungen nicht verurteilen. (APA/AP)

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