Weichen für neuen Teletest gestellt: Verein von ORF und Privaten gegründet

19. Juli 2005, 15:52
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Ausschreibung künftig gemeinsam

Der ORF und Privatrundfunkbetreiber haben am Freitag die Weichen für einen neuen Teletest gestellt. Die kontinuierliche Erhebung der TV-Reichweiten wird künftig von der "Arbeitsgemeinschaft Teletest" beauftragt, die am Freitag mit einem entsprechenden Vertrag gegründet wurde. Dies teilten die Beteiligten am Freitag mit.

Unterzeichnet wurde der Vertrag von Alexander Wrabetz (ORF), Franz Prenner (ATVplus), Gerhard Riedler (IPA-Plus, Vermarkter der RTL-Gruppe), Markus Breitenecker (SevenOne Media Austria, Vermarkter von ProSieben, Sat.1, Kabel 1) sowie Carsten Renth für Premiere Österreich.

Kritik von Privaten

Derzeit wird der Teletest im Auftrag des ORF vom Fessel-GfK-Institut durchgeführt. Seit dem Markteintritt der Österreich-Werbefenster deutscher Privatsender gab es eine Kooperation der Privaten auf der Basis von Lizenzverträgen. Für Methodenfragen besteht eine Arbeitsgruppe aller Fernsehanbieter, die mit den Teletest-Daten arbeiten.

Von den Privatsendern gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik an dieser Konstruktion. In Deutschland wird die elektronische Medienforschung schon länger von privaten und öffentlich-rechtlichen Marktteilnehmern gemeinsam beauftragt. Dies soll nun auch in Österreich geschehen: Der laufende Vertrag zwischen ORF und Fessel-GfK endet mit 31. Dezember 2006, den neuen soll die Arbeitsgemeinschaft Teletest in Auftrag geben. Organisatorisch besteht der neue Verein aus einem Vorstand, der die wesentlichen Entscheidungen trifft, und der Technischen Kommission, die für alle methodischen Fragen zuständig ist. Die Vereinsstatuten sehen vor, dass Vorstandsvorsitz und Leitung der Technischen Kommission aus unterschiedlichen Unternehmen zu besetzen sind.

Auch inhaltlich war der Teletest immer wieder kritisiert worden: Moniert wurde etwa, dass das Sample, also die Auswahl der Teletest-Haushalte, auf den ORF ausgerichtet sei. Der ORF sowie Fessel-GfK hatten diese Kritik stets zurückgewiesen und den repräsentativen Charakter des Panels betont. Mit Änderungen im Sample kann beim neuen Teletest aber wohl dennoch gerechnet werden. (APA)

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