Internationaler Druck auf Mugabe gefordert

4. Juli 2005, 11:31
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Menschenrechtsgruppen: "Schwere Verletzung des internationalen wie des Menschenrechts" in afrikanischem Land

Harare - Mehr als 200 Menschenrechtsorganisationen haben am Donnerstag die Vereinten Nationen (UN) und die Afrikanische Union (AU) zu mehr Druck auf Simbabwes Regierung aufgefordert. Vor dem Hintergrund erster Todesfälle bei den anhaltenden Vertreibungen von Menschen aus dem Armenvierteln der Großstädte des afrikanischen Landes erklärte amnesty international: "Die völlige Zerstörung von Hab und Gut sowie der Behausungen der Menschen ... stellt eine schwere Verletzung des internationalen wie des Menschenrechts dar. Wir verurteilen sie aufs Schärfste." Die von mehr als 200 anderen Gruppierungen gestützte Erklärung fordert humanitäre Hilfe für die betroffenen Menschen.

Die am 19. Mai begonnenen massenweisen Vertreibungen in Simbabwes Großstädten gehen einher mit der Zerstörung von Marktständen und Hütten. Die Regierung von Präsident Robert Mugabe begründet die Aktion, von der bis zu 1,5 Millionen Menschen betroffen sind, mit der Wiederherstellung der Ordnung in kriminellen Hochburgen.

Die Opposition beklagt dagegen, dass sich die Vertreibungen vor allem gegen ihre Wählerschaft richten. Eine UN-Gesandte soll sich kommende Woche vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Misere machen. Nach dem britischen Außenminister Jack Straw hatte am Vortag auch der deutsche CDU-Politiker Arnold Vaatz ein schärferes Vorgehen gegen Mugabe gefordert. Er betreibe gegen sein eigenes Volk "Völkermord auf Raten" und gehe mit Armee und Bulldozern auf die Teile der Bevölkerung los, die bei den Parlamentswahlen Ende März für die Opposition gestimmt hätten, hatte der Unions-Fraktionsvize im Bundestag betont. (APA/dpa)

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