Freiheit für Gudenus - von RAU

3. Juli 2005, 18:40
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Immer dann, wenn uns konservative Kommentatoren einzureden versuchen, die NS-Verharmloser in unserer politischen Landschaft seien eh nur ganz wenige alte Deppen, meldet sich verlässlich einer von denen mit einer gezielten Provokation.

Eben hatte Christian S. Ortner in der Presse die Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes gefordert, weil man das einfach ignorieren solle, wird bekannt, dass der FPÖ-Bundesrat John Gudenus bei einem Besuch des KZ Mauthausens gescherzt hatte, die Häftlinge auf den Fotos schauten, verglichen mit ihm, doch eh ganz gut genährt aus.

Solch einen kranken Zynismus und solch eine Beleidigung der Opfer will Ortner unbehelligt lassen. Sein Motiv ist eine extrem libertäre Haltung nach dem Motto, eine Demokratie muss das aushalten. Ein gedanklicher Fehlschluss. Verhetzung ist ein strafbares Delikt. Straffreiheit ermutigt auch den nächsten Schritt zur physischen Gewalt.

Ortner wird ja auch islamistische Hassprediger nicht ungeschoren lassen wollen. Im Übrigen handelt es sich um Parlamentarier und Mitglieder von Regierungsparteien, bei Gudenus um einen Bundesheer- Oberst. Leute wie sie leben keineswegs in einer isolierten sozialen Struktur. Ignorieren heißt da ermutigen. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2005)

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