Internetbetreiber drängen auf günstigeren Zugang zum Endkunden

26. Juli 2005, 13:13
1 Posting

ISPA und VAT fordern Senkung der Entbündelungsmiete von 10,90 auf 6,71 Euro - Bisher nur knapp 2,5 Prozent der 3 Mio. Leitungen entbündelt

Die alternativen Telekom- und Internetbetreiber fordern eine Senkung der Gebühren für den direkten Kundenzugang (Entbündelung) durch den Telekomregulator von monatlich 10,90 auf 6,71 Euro. Überhöhte Kosten und mangelhafte Prozesse würden den Infrastrukturwettbewerb und damit den weiteren Breitband-Internet-Ausbau hemmen, hieß es am Dienstag auf einer Pressekonferenz der ISPA (Internet Service Providers Austria) und des VAT (Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber).

Knapp 2,5 Prozent entbündelt

Von den fast 3 Millionen Teilnehmeranschluss-Leitungen der Telekom Austria (TA) seien nur knapp 2,5 Prozent entbündelt, hier fehle der Wettbewerb, kritisieren die Anbieter. Österreich sei bei der Breitbandnutzung im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern zuletzt deutlich zurückgefallen. Um wieder vorne dabei zu sein, müssten die Entbündelungsmieten gesenkt, die einmaligen Einrichtungskosten halbiert und ortsübliche Mieten statt "Fantasiepreisen" für Kollokationsräume verlangt werden, meinen ISPA und VAT.

gutachten

Ein neues Gutachten, das von Professor Adolf Stepan von der Technischen Universität Wien im Auftrag von Tele2UTA durchgeführt wurde, belege, dass die aktuelle Entbündelungsmiete um fast 40 Prozent zu hoch sei und von 10,90 auf 6,71 Euro gesenkt werden müsse. Grundlage für diese Berechnung sei ein in vielen Branchen übliches dynamischen Kalkulationsmodell, das neben wesentlichen Inputfaktoren wie Nutzungsdauer oder Kapitalzinsen auch die jährlichen Produktivitätssteigerungen und die Inflation mitberücksichtige.

Die 1997 gegründete ISPA hat knapp 200 Mitglieder, dem ebenfalls 1997 gegründeten VAT gehören zehn Festnetz- und Mobilfunkbetreiber an, die 1,7 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr erzielen und 6.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Reaktion der Telekom

Die Telekom Austria (TA) hat das von den alternativen Telekom- und Internetbetreibern vorgestellte Gutachten über eine notwendige Senkung der Entbündelungsmieten als "fehlerhaft" zurückgewiesen. In der Kalkulation würden beispielsweise die Lebensdauer der Kupferkabel und die Kosten für die Nachlegung nicht beachtet. Zudem gebe es einen "Rechenfehler". Außerdem lägen die Entbündelungskosten in Österreich im EU-Schnitt, betonte die TA. (APA)

Share if you care.