Ars Electronica: Animationsfestival feiert Premiere

4. Juli 2005, 10:26
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"Was von manchen Hochschulen kommt, kann mit Hollywood mithalten" - Internationale Experten diskutieren über "Hybridisierung"

Eine Premiere gibt es bei der diesjährigen Linzer Ars Electronica: Erstmals widmet sich ein eigenes Festival der Computeranimation. Die Zahl der Einreichungen und deren Qualität seien zunehmend gestiegen, erklärten Gerfried Stocker und Christine Schöpf für die Veranstalter Ars Electronica Center und ORF Oberösterreich in einem Pressegespräch am Dienstag in Linz. Das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft findet unter dem Titel "Hybrid - Living in Paradox" von 1. bis 6. September statt.

"Was von manchen Hochschulen kommt, kann mit Hollywood mithalten"

Die 100 besten aus insgesamt 450 Einreichungen im Bereich der Animationskunst werden in Linz gezeigt. "Was von manchen Hochschulen kommt, kann mit Hollywood mithalten", betonte Schöpf. Aus diesem Grund haben sich die Veranstalter entschieden, "ein Festival im Festival" zu installieren. Angekündigt wird eine achtstündige Filmshow in mehreren Blöcken, die den aktuellen Stand visueller Gestaltung in ihren Trends - inhaltlich, technologisch wie auch industriell orientiert - illustrieren soll.

Sechs Tage

Die Ars Electronica wird wie im vergangenen Jahr auch heuer vor dem Wochenende, bereits am Donnerstag, eröffnet und dauert sechs Tage. Das Festival sei somit "für jeden voll nutzbar", erklärte Schöpf. Möglich sei dies durch die immer intensivere Vernetzung mit städtischen Einrichtungen.

20 internationale Experten diskutieren in einem zweitägigen Symposium in vier Sessions das Kernthema des Festivals, die "Hybridisierung". Kein anderes Wort als "hybrid" beschreibe den aktuellen, vielfach paradoxen Zustand der Welt treffender und umfassender, so Stocker. Erwartet werden u.a. der Soziologe Derrick de Kerckhove und die Globalisierungskritikerin Aminata Traore.

Führungen für Kinder und Jugendliche

Unter dem Titel "Querdenker" werden im Rahmen der Ars Electronica heuer Führungen für Kinder und Jugendliche angeboten. Ziel sei es, das vielfach vorhandene Interesse für Technologie weiter in Richtung Kunst zu übertragen, erklärte Stocker. Einen seiner traditionellen Höhepunkte erreicht das Festival am 3. September mit der Visualisierten Klangwolke, die das Salzburger Künstlernetzwerk "lawine torren" gestaltet. Für die Veranstaltung zeichnen das Linzer Brucknerhaus und der ORF Oberösterreich verantwortlich.

Linz als "Zentrum globaler Medienkultur"

Durch die Eröffnung des neuen Ludwig-Boltzmann-Instituts für digitale Kultur und Medienwissenschaft, das vom Rektor der Linzer Kunstuniversität, Reinhard Kannonier, koordiniert wird, erhalte die Rolle von Linz als "Zentrum globaler Medienkultur" im Zuge der Ars Electronica eine enorme Bestätigung, so die Veranstalter. Darüber hinaus soll mit dem Projekt "Hotspot Linz" an verschiedenen Punkten der Landeshauptstadt kabelloses Internet bis 2008 für jeden frei verfügbar sein. (APA)

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