Hofkammerarchiv soll erhalten bleiben

19. Juni 2006, 15:32
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Vermutlich keine völlige Absiedelung - "Kulturelle Nutzung" für einige Stockwerke geplant

Wien - Die Gespräche über die Zukunft des Hofkammerarchivs in der Wiener Johannesgasse zwischen Bundesdenkmalamt und der zuständigen Sektion im Kanzleramt haben erste Ergebnisse gebracht. Demnach scheint eine vollständige Absiedelung des historischen Archivs vom Tisch.

Wie DER STANDARD berichtete, waren Pläne bekannt geworden, wonach das gesamte Archiv in den 3. Bezirk übersiedeln sollte. Das Denkmalamt hat dagegen protestiert und betont, dass das Gebäude inklusive Inventar unter Schutz stehe. Das Hofkammerarchiv wurde 1578 erstmals urkundlich erwähnt und ist das älteste Archiv Wiens.

Mehr Bewegungsfreiheit

Klares Ziel des Denkmalamtes sei weiterhin, das Ensemble "unverändert zu erhalten", betonte Wiens Landeskonservatorin Barbara Neubauer, was aber nicht bedeute, eine zusätzliche Nutzung auszuschließen. Eine Kompromiss wäre etwa, Teile der Bestände wegzuschaffen, die nicht von Beginn an zum Archiv gehörten. So könne man etwa im Erdgeschoß und im 4. und 5. Obergeschoß "zusätzliche Bewegungsfreiheit" gewinnen, was eine Nutzung für Veranstaltungen bedeuten könne.

Auch der zuständige Sektionschef im Kanzleramt, Manfred Matzka, unterstrich, dass dass man in diesen Fragen bereits eine "relativ klare Kontur" gefunden habe. Bei den kommenden Treffen diskutiere man nun nicht nur über eine Nutzung der oberen Stockwerke, sondern auch über eine mögliche Ausstellungsnutzung für die Stockwerke 1 bis 3, wobei man "äußerst zurückhaltend" vorgehen wolle, betonte Matzka.

In diesen drei Stockwerken befinden sich das noch vorhandene Arbeitszimmer des ehemaligen Direktors Franz Grillparzer und die historischen Räumlichkeiten samt Regalen und Faszikeln.

Lorenz Mikoletzky, Generaldirektor des Staatsarchivs, gab sich weiterhin bedeckt. Es sei "alles noch in Schwebe". Wann man eine Einigung erzielen werde, wollte auch Matzka nicht sagen. Bisher war über den Juli als Auszugstermin spekuliert worden. Es herrsche "kein besonderer Druck", schnell einen Zeitpunkt zu finden, "was immer Auszug heißen mag", so Matzka. (APA, fern, DER STANDARD Printausgabe, 15.06.2005 )

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