Heftige Kritik an "African Village" in Augsburger Zoo

15. Juni 2005, 17:33
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Bayerische Ausländerbeiräte empört, dass Menschen und Kultur in einem Zoo präsentiert wurden

Schwabach/Augsburg - In Bayern haben die Ausländerbeiräte haben scharfe Kritik an der Veranstaltung "African Village" im Augsburger Zoo geübt. Sie sei "kolonialrassistisch" gewesen, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Presseerklärung der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Bayerns (Schwabach) sowie des Bundesausländerbeirates. Die Verantwortlichen hätten sich ignorant und unbelehrbar gezeigt.

"Die Ausländerbeiräte sind schockiert und empört, dass Menschen und Ausschnitte ihrer Kultur in einem Zoo präsentiert wurden", hieß es. Die Verantwortlichen des Augsburger Zoos hätten die Veranstaltung vom 9. bis 12. Juni trotz breiter Kritik durchgeführt.

Man sehe sie in der Tradition der berüchtigten "Völkerschauen", sagte Mitra Sharifi, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Bayerns (AGABY): "Um 1900 wurden Afrikanerinnen und Afrikaner in Deutschland und anderen europäischen Länder als "exotische Attraktionen" und Belegstücke des 'Primitiven' zum Teil in Käfigen zur Schau gestellt."

"Das ist schier unglaublich, wie ignorant und unbelehrbar man an diesem menschenverachtenden Spektakel festgehalten hat", erklärte Memet Kilic, Vorsitzender des Bundesausländerbeirates. Dies zeige, wie es um die Sensibilität der Verantwortlichen im Umgang mit Fragen der Diskriminierung, des Rassismus und der kolonialen Vergangenheit Deutschlands und Europas bestellt sei. (APA/dpa)

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