Österreichische Frauen im NS-Widerstand

6. Juni 2005, 07:00
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Jochmann, Lingens und andere wurden mit Fälschung von Taufscheinen, Aufbau eines Widerstands-Netzwerks im KZ oder "U-Boot"-Unterbringung aktiv - Ansichtssache

foto: standard/georg mikes
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Lager-internes Widerstandsnetzwerk

Die am Donnerstag eröffnete Ausstellung "Women in the Holocaust - Frauen im Widerstand" des israelischen Moreshet Holocaust-Studien- und Forschungszentrum beschäftigt sich mit Frauen aus ganz Europa, die auf verschiedene Weise gegen den Faschismus und Nationalsozialismus angekämpft haben. Für Wien wurde die Schau um österreichische Widerstandskämpferinnen ergänzt, wie der Aktivistin Rosa Jochmann (1901-1994). Sie stammte aus einer Arbeiterfamilie und engagierte sich in der Gewerkschaft und der Sozialdemokratie. Im Ständestaat verbrachte die Aktivistin der Revolutionären Sozialisten (RS) ein Jahr in Kerkerhaft, weil sie bei einer illegalen Kundgebung eine Rede gehalten hatte. Nach dem so genannten Anschluss an Hitler-Deutschland wurde Jochmann von der Gestapo festgenommen und in das KZ Ravensbrück geschickt. Als Blockälteste bei den politischen Gefangenen beteiligte sie sich an einem Lager-internen Widerstandsnetzwerk, um - so gut es ging - die Todesmaschinerie der Nazis zu behindern. 1943 kam die Frau deswegen in Bunkerhaft. Nach 1945 war Jochmann in der SPÖ politisch tätig, u.a. als Nationalratsabgeordnete.
(Im Bild: Mahnmal Wöllersdorf: Gedenkveranstaltung zum Februar 1934, 1974, zu sehen v.l.n.r. Anton Benya, Bruno Kreisky, Rosa Jochmann, Rudolfine Muhr)
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