"Telefonieren wird 2015 gratis sein"

13. Juli 2005, 19:14
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Skype-Chef Niklas Zennström über die Zukunft von Skype, die Chancen von VoIP und die Konkurrenz

Voice over IP wird die klassischen Telefonkonzerne so unter Druck setzen, dass Anrufe in zehn Jahren gratis sein müssen - mit dieser Ankündigung ließ Niklas Zennström, seines Zeichens CEO und Gründer des VoIP-Unternehmens Skype auf der VON Europe 2005 Konferenz in Stockholm aufhorchen.

"Ein Wandel"

Für Zennström ist es Fakt, dass sich die Telefonie gewandelt hat - von einem Netzwerk-Dienst zu einer Software-Applikation. Eine neue Regel im "Spiel der Telekom-Konzerne" sind die ökonomischen Wechsel. Die AnwenderInnen haben, dank der VoIP-Applikationen, gemerkt, dass man für Gespräche nicht zahlen muss. "Wir können daher in Zukunft nichts mehr für die Telefonate verlangen", erklärte Zennström den Anwesenden. Telekom-Konzern müssten demnach ihre Geschäftsmodelle überdenken. Die Gewinne werden von den Internetzugängen kommen, nicht mehr von den Telefonie-Minuten oder der Netzbereitstzellung.

Breitband

Die Telcos müssen zudem ihre Infrastrukturen flächendeckend auf Breitband-Internet umstellen um so im Geschäft zu bleiben. Zennströms Aussagen werden auch von Analysten untermauert. Die große Herausforderung für die Telekom-Konzerne ist VoIP und die Frage nahc neuen Geschäftsmodellen eine essentielle.

Regulator

Auch in Richtung der europäischen und amerikanischen Regulatoren hatte Zennström einiges zu sagen. Diese hatten kürtzlich Bedenken geäußert, da es mit VoIP nicht möglich wäre internationale Notrufnummern zu erreichen - der WebStandard berichtete. Er stellte in Aussicht, dass bald alle VoIP-Anbieter die Notrufnummern für ihre KundInnen erreichbar machen würden, verlangte allerdings, dass die Regulatoren ihrerseits dafür Sorge tragen, dass diese nicht nur per Telefon sondern auch per Mail und Textmessage erreichbar sein müssten.

Skype boomt

Zennström kann sich derzeit beruhigt zurücklehnen - sein Unternehmen schafft derzeit täglich 150.000 neue UserInnen zu generiene und über 1,4 Millionen AnwenderInnen sind bereit für die Services zu bezahlen. "Wir müssen dabei auch gar nicht viel verlangen, immerhin haben wir nur geringe Kosten", so Zennström weiter.(red)

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    Skype CEO Niklas Zennström

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