Indische Regierung pusht Open Source

14. Juni 2005, 10:04
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CDs mit freier Software massenhaft in Umlauf gebracht - Firefox, OpenOffice.org und Co. in speziell angepassten Versionen

Immer deutlicher scheint sich nun auch Indien in die Reihe der UnterstützerInnen von freier Software einzureihen: Nachdem vor kurzem erst ein eigener Linux-basierter Billig-Laptop präsentiert wurde, bringt nun ein neues Projekt der indischen Regierung massenhaft CDs mit Open Source Programmen in Umlauf.

Compilation

Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung von verschiedensten Programmen wie dem Web-Browser Firefox oder der freien Office-Suite OpenOffice.org, die in tamillischer Sprache gehalten ist. Laut den BetreiberInnen des Projekts gebe es nach einer Werbekampagne in Fernsehen und Printmedien eine rege Nachfrage nach den CDs, so seien bereits mehr als 50.000 Stück verschickt worden, im Moment werden fleißig nachproduziert, um die zusätzlichen 35.000 bereits vorhandenen Bestellungen abzuarbeiten.

Lokal

Weiters soll die CD auch mit zahlreichen Computer-Magazinen und Tageszeitungen vertrieben werden. Bei all dem handelt es sich aber praktisch nur um ein "aufwärmen", denn in Projektphase 2 soll Ende Juni eine ähnliche CD in Hindi, der meist gesprochenen Sprache des Landes, ausgeliefert werden, dafür sind mehr als 3,5 Millionen Stück vorgesehen. In Zukunft sollen entsprechende CDs in allen 22 Landesprachen Indiens erhältlich sein.

Anpassungsfähigkeit

Auch wenn die Kostenfrage bei dem Projekt sicherlich eine wichtige Motivation ist, den Hauptgrund für die Unterstützung von Open Source Programmen sieht Projektleiter RKVS Raman andernorts: Diese könnten leicht den eigenen Bedürfnissen angepasst werden, westliche User Interfaces würden - vor allem für Menschen mit wenig Technologie-Erfahrung - in der eigenen Kultur oft keinen Sinn ergeben, insofern sei es wichtig Zugang zum Code zu haben.

Konkurrenz

Indien gehört zu den Ländern, in denen Microsoft seine Windows XP Starter Edition anbieten will, um einer weiteren Verbreitung von Raubkopien und / oder freier Software entgegen zu wirken. Ursprünglich für März geplant, soll das Minimal-Windows nun im Juni erscheinen, ob es ein Erfolg sein wird, bleibt aber abzuwarten, in anderen Ländern, in denen sie bereits erhältlich ist, verkauft sich die Starter Edition bisher nur äußerst schleppend. (red)

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