Gipfelstück mit einer Wilden

29. Mai 2005, 22:53
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Die "Geierwally" auf Salzburgs Gaisbergspitze

Der Gaisberg ist bislang vor allem für seinen Sender oder als Startplatz für Drachenflieger und Paragleiter bekannt. Als neue Attraktion kommt vorübergehend ein Theater hinzu. Das Schauspielhaus produziert auf dem 1288 Meter hohen Gipfel die Geierwally. Dafür wurde ein 18 Meter hoher Würfel aus Stahl und Stoff aufgestellt, der rund 300 Gästen, zwölf Schauspielern sowie der Bühnentechnik Platz bietet. 1872 erschien der Roman von Wilhelmine von Hillern.

Seitdem versuchen sich Film- und Theaterkünstler am romantisch-archaischen Stoff. Im Zentrum steht die trotzige und wilde Walburga Stromminger, Tochter eines reichen Bauern. Als junges Dirndl kraxelt sie in eine steile Felswand und hebt dort als Mutprobe ein Adlernest aus. Da der Raubvogel im Volksmund auch Lämmergeier genannt wird, heißt sie von da an Geierwally. An den Spannungen mit ihrem Vater ändert diese Heldentat nichts. Wally zieht sich in die Berge zurück, nach des Vaters Tod sorgt ihre rasende Eifersucht für neuen Zündstoff. Robert Pienz und Irene Girkinger, die für die Bühnenbearbeitung des Schauspielhauses Salzburg verantwortlich zeichnen, wollen weder echtes Volkstheater noch Heimatfilmklischees fabrizieren, sondern das Aufeinanderprallen von Natur und Künstlichkeit zeigen. (dog/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28./29.5.2005)

29. 5. 20.00

Gaisbergspitze, 5020 Salzburg, Karten: (0662) 808 50

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