Dem Gebärmutterkrebs vorbeugen

29. Mai 2005, 19:43
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Was geschieht bei einem Abstrich am Gebärmutterhals? - Bedeutung der Diagnostik

Obwohl etwa ein Drittel der Frauen regelmäßig GynäkologInnen aufsucht, um einen "Krebsabstrich" durchführen zu lassen, wissen viele nicht, was dabei passiert und wie die Ergebnisse zu deuten sind.

Der Abstrich am Gebärmutterhals, Pap-Abstrich - nach dem Arzt Papanicolaou - genannt, wird seit dreißig Jahren als Teil der Krebsfrüherkennung angewendet, wobei die Krankenkassen einmal jährlich dafür aufkommen. Bei einem solchen Abstrich werden mit Hilfe eines Wattestäbchens Zellen an verschiedenen Stellen am Gebärmutterhals und mit einem sogenannten Cytobrush, einem kleinen Bürstchen, Zellen aus dem Muttermund entnommen. Dabei ist für die Qualität des Abstriches wesentlich, dass genügend Zellmaterial gewonnen wird, damit es im Labor korrekt interpretiert werden kann. Mögliche Ursachen für ein undeutliches Ergebnis sind vaginale Infektionen wie Pilze, Trichomonaden, Gardnerella oder eine bakterielle Mischflora sowie starke Entzündungen. Während einer Grippe, Schwangerschaft, Stillzeit und in Zeiten seelischer sowie körperlicher Belastungen ist ein Pap-Abstrich nicht sinnvoll, da sich diese Belastungen auf die Gebärmutterhalszellen auswirken. Als günstigster Zeitpunkt für einen Abstrich gelten die Tage um den Eisprung herum.

Wieso ein Abstrich am Gebärmutterhals?

An der Epithelgrenze am Gebärmutterhals, der sogenannten Transformationszone, findet eine ständige Umwandlung der Zylinderepithel (an der Portio stoßen die Deckzellen des Gebärmutterhalses und die Zellen der Gebärmutterschleimhaut aneinander) der Schleimhaut in den Deckzellen statt. Daher kann es hier auch immer wieder zu Zellveränderungen (Dysplasien) kommen, die möglicherweise auch bösartig sein können. In den letzten zwanzig Jahren haben in Westeuropa und den USA die Zellveränderungen am Gebärmutterhals zugenommen. Etwa vier Prozent der Frauen, vorwiegend im Alter zwischen fünfundzwanzig und vierzig Jahren, sind betroffen.

Was, wenn der Abstrich nicht normal ist?

Bei einem einmaligen Pap IIw oder Pap IIID (leicht veränderter bzw. nicht eindeutiger Befund) besteht noch kein Grund zur Panik, da aus oben beschriebenen Gründen das Abstrichergebnis leicht erhöht sein kann. Die Statistik spricht in diesem Fall von der Wahrscheinlichkeit einer 50-prozentigen Spontanremission, d.h., dass sich etwa die Hälfte der Dysplasien ohne Behandlung zurückbildet, meist innerhalb von sechs Monaten. Sehr oft wird in diesem Fall verfrüht eine Konisation (kegelförmige Gewebeentnahme aus dem Gebärmutterhals) empfohlen. Bei einem wiederholten Auftreten eines Papa IIID sollte als nächster diagnostischer Schritt eine Untersuchung mit dem Kolposkop erfolgen.

Eine zweite Meinung einholen

Wenn ein Befund unklar ist, wenn Sie sofort bei einem einmaligen Pap III eine Konisation vorgeschlagen bekommen, wenn ein Pap IIID wiederholt auftritt, wenn Sie die Diagnose eines Pap IVa oder höher bekommen, wenn Sie sich einfach unsicher sind, dann holen Sie unbedingt eine zweite ärztliche Meinung ein. Sinnvoll ist es auch in eine Dysplasie-Sprechstunde zu gehen, die in vielen Krankenhäusern an die Gynäkologie-Stationen angegliedert sind. Im Anschluss fällt es leichter, sich für eine Therapieform zu entscheiden.

Schulmedizinische Therapie

Die Schulmedizin zielt darauf ab, das Symptom und damit den "Störfaktor" zu entfernen, also zu operieren, in der Hoffnung, dass damit das Problem aus der Welt geschafft ist. So notwendig dies auch manchmal sein mag, gilt zu bedenken, dass damit den Ursachen der Zellveränderung nicht auf den Grund gegangen wird. Und somit kein Zusammenhang mit den Lebensbedingungen der betroffenen Frau hergestellt wird und die (begleitenden) naturheilkundlichen Behandlungsmöglichkeiten wegfallen.

Viele Frauen sind daher der Ansicht, dass durch eine Konisation das Problem einer Dysplasie gelöst ist und reagieren naturgemäß schockiert, wenn dies nicht der Fall ist. Denn tatsächlich entstehen in 20 Prozent der Fälle nach einer Konisation innerhalb eines kürzeren oder längeren Zeitraumes erneut Zellveränderungen. Spätestens dann kann ein operativer Eingriff nicht mehr überlegt werden, sondern es müssen zusätzlich abwehrstärkende und immunstabilisierende Maßnahmen getroffen werden.

Lesen Sie im nächsten Artikel über Risikofaktoren, Selbsthilfemaßnahmen und Naturheilverfahren. (dabu)

Der Artikel basiert auf einem Bericht von Cornelia Burgert in der Zeitschrift für Frauengesundheit, clio 54/2002
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    Pap III
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