Jungsteinzeitliches Hügelgrab mit "Doppelnutzung" entdeckt

26. Mai 2005, 18:41
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Skelette aus Epochen vor 4.200 Jahren und vor 3.000 Jahren entdeckt - Fundort nahe dem der Himmelsscheibe

Halle - In der Nähe des Fundortes der Himmelsscheibe von Nebra in Sachsen-Anhalt haben Archäologen ein 4.200 Jahre altes Hügelgrab aus der jüngeren Steinzeit entdeckt. "Das Grab ist etwa fünf Kilometer vom Fundort der Himmelsscheibe entfernt", sagte die Archäologin Mechthild Klamm am Donnerstag.

Das Grab, das in einem Wald liege, sei zwei Mal benutzt worden, vor 4.200 Jahren und vor 3.000 Jahren. "Insgesamt fanden wir 20 Skelette, aus jeder Epoche zehn", sagte Klamm.

Beigaben

An Grabbeigaben wurden 4.200 Jahre alte Tongefäße aus der Kultur der Schnurkeramik gefunden. "Aus der jüngeren Bestattungsepoche, der Bronzezeit, fanden wir ein paar bronzene, spiralförmig gedrehte Ohrringe, ein wertvolles Bronzemesser und eine etwa zwölf Zentimeter lange Schmucknadel aus Bronze."

An dem etwa zwei Meter hohen Grab hätten sich bereits Raubgräber zu schaffen gemacht hatten." Seit der Entdeckung der Himmelscheibe werde die Gegend von sehr vielen Raubgräbern heimgesucht.

Weitere Grabungen sollen folgen

"Das Grab hat einen nach Süden ausgerichteten Eingang mit einem dreieckigen Schwellenstein aus Sandstein", sagte Klamm. Darunter befand sich ein Hockergrab. "Vermutlich war das der Türwächter."

Die Grabungen an dem Grabhügel auf einer 20 mal 20 Meter großen Fläche laufen seit Mitte März. Neben dem Grab lägen im Abstand von 20 Metern noch zwei weitere Grabhügel. Das Team plant auch dort weitere Grabungen.(APA/dpa)

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